Cowboys und Indianer |
Tagesspiegel am 09.11.2008
von Jörg Königsdorf | Link zum Artikel im Online-Archiv des Tagesspiegel
In den letzten Jahren hat bei deutschen Orchestermusikern ein Gesinnungswandel stattgefunden. Waren 2003 nur die Hälfte von ihnen davon überzeugt, dass sie auch in die Schulen gehen sollten, um dort für klassische Musik zu werben, ist die Quote einer Pressemeldung der Deutschen Orchestervereinigung zufolge mittlerweile auf 90 Prozent gestiegen. Die Einsicht, dass das heute noch jüngste Publikumssegment irgendwann über die Daseinsberechtigung von Opernhäusern und Sinfonieorchestern entscheiden wird, spiegelt sich nicht nur in der ständig steigenden Zahl von kinderkompatiblen Klassikveranstaltungen, sondern auch darin, dass die Chefs sich nicht mehr zu fein sind, der Nachwuchsarbeit durch persönlichen Einsatz Gewicht zu verleihen. An der Komischen Oper, wo Andreas Homoki gerade einen veroperten „Robin Hood“ für die ganze Familie inszeniert hat (wieder heute, 16 Uhr), folgt am nächsten Sonntag der neue Generalmusikdirektor dem guten Beispiel . Hörern ab vier Jahren will der Texaner Carl St. Clair Dvoraks Sinfonie „Aus der Neuen Welt“ nahebringen – und wird dabei sicher einiges über Cowboys und Indianer erzählen können.
Während es bei diesen Veranstaltungen für die ganz Kleinen zwangsläufig mehr darum geht, Begeisterung für die Musik zu wecken und eine Stunde konzentriertes Stillsitzen zu üben, liegt die Latte für klassikaffine Teenager schon höher: Beim Schülerkompositionswettbewerb der Berliner Philharmoniker ist das eigenschöpferische Potenzial der Altersgruppe zwischen 14 und 20 gefragt. Am Donnerstag stellen Mitglieder des Orchesters im Curt-Sachs-Saal des Musikinstrumentenmuseums das Gewinneropus „Dimsonitem“ des 17-jährigen Marcus Merkel vor.
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 09.11.2008)
Preisträger des Schüler-Kompositionswettbewerbs |
Website der Berliner Philharmoniker vom 5.11.2008
Link zum Artikel im News-Forum der Website der Berliner Philharmoniker
Den Schüler-Kompositionswettbewerb der Education-Abteilung gewann in diesem Jahr der 17-jährige Marcus Merkel. Der Abiturient der Rosa-Luxemburg-Oberschule ist seit seinem fünften Lebensjahr musikalisch aktiv. Ein Allroundtalent, das mehrere Instrumente spielt, singt, dirigiert, komponiert und sich sowohl im Jazz als auch in der Klassik zu Hause fühlt. Viermal war er bereits Sieger des Bundeswettbewerbs Komposition. Prämiert wurde von der Jury des Schüler-Kompositionswettbewerbs sein Kammermusikwerk Dimsonitem für Flöte, Klarinette, Pauke, Marimbafon, Vibrafon, Harfe und Klavier. Weitere Auszeichnungen gingen an Florian Wessel (17 Jahre) für seine Komposition Réciproque und an Richard Schwennicke (12 Jahre) für seine Sonatine in Fa.
Marcus Merkels Komposition wird am Donnerstag, den 13. November 2008, um 18.30 Uhr im Curt-Sachs-Saal des Staatlichen Instituts für Musikforschung (Musikinstrumenten-Museum, Ben-Gurion-Straße, neben der Philharmonie) von Mitgliedern der Berliner Philharmoniker und Gästen unter Leitung des philharmonischen Geigers Stanley Dodds uraufgeführt. Im Rahmen dieser Veranstaltung gibt es eine Gesprächsrunde, in der der junge Komponist sein Werk vorstellt.
Kostenlose Eintrittskarten sind an der Kasse der Philharmonie oder am Aufführungsabend an der Kasse des Staatlichen Instituts für Musikforschung erhältlich.
Schüler-Kompositionswettbewerb |
Website der Berliner Philharmoniker vom November 2008
Der Sieger des diesjährigen Schüler-Kompositionswettbewerbs der Berliner Philharmoniker steht nun fest: Marcus Merkel (17 Jahre). Prämiert wird er für sein Werk Dimsonitem für Flöte, Klarinette, Pauke, Marimbaphon, Vibraphon, Harfe und Klavier. Es überzeugte die Jury durch seine Originalität. Weitere Auszeichnungen erhielten Florian Wessel (17) für die Komposition Réciproque und Richard Schwennickes (12) für seine Sonatine in Fa.
Verlangt war ein ca. 10 minütiges Kammermusikwerk, in dem nur Instrumente Verwendung finden sollten, die auch im Orchester vorkommen. Die Uraufführung von Dimsonitem findet am Donnerstag, den 13. November 2008, um 18.30 Uhr im Curt-Sachs-Saal des Staatlichen Instituts für Musikforschung mit Musikinstrumenten-Museum, Ben-Gurion-Straße (neben der Philharmonie) durch Mitglieder der Berliner Philharmoniker und Gästen statt. Im Rahmen der Präsentation gibt es ein Gespräch mit dem jungen Komponisten, bei dem dieser sein Werk vorstellt.
Wir bedanken uns herzlich beim Musikinstrumenten-Museum des Staatlichen Instituts für Musikforschung, Stiftung Preußischer Kulturbesitz, für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung im Rahmen dieses Education-Projekts.
Völlig unterfordert | Berliner Zeitung am 21.06.2008
Marcus Merkel hat mit 16 Jahren ein Einser-Abitur gemacht und will Dirigent und Komponist werden
von Eva Dorothée Schmid | Link zum Artikel im Online-Archiv der Berliner Zeitung
Marcus Merkel war schon immer mit allem ein bisschen früher dran als andere: als er vier Jahre alt war, überraschte er seine Mutter damit, dass er ihr die Namen der Stationen in der U-Bahn vorlas. Statt Bilderbücher wollte er Astronomiebücher. Und da er mit sechs auch schreiben und rechnen konnte, schickte ihn die Schulärztin sofort in die zweite Klasse. Zwei Jahre lang hielt er es in der Grundschule aus, dann wechselte der völlig unterforderte Schüler in die Schnellläuferklasse des Rosa-Luxemburg-Gymnasiums in Pankow, die die achte Klasse überspringt. Dort hat er gerade sein Abitur abgelegt - mit 16 Jahren als Jüngster und als einer der Besten.
Man glaubt kaum, dass er erst 16 ist, wenn man ihn sieht und reden hört. Er trägt im Gegensatz zu seinen Altersgenossen gern Hemd und Anzug. Er ist höflich und kann sich sehr gut ausdrücken. Ob er sich fühlt wie 16? "Ich weiß gar nicht, wie das ist, 16 zu sein, weil alle meine Schulkameraden zwei bis drei Jahre älter sind", antwortet er. Und seine Lehrer würden oft übersehen, dass er noch so jung ist.
Am Anfang seiner Zeit auf dem Gymnasium sei es aber schwer gewesen, immer der Jüngste zu sein, erzählt Marcus. Er sei nicht wirklich akzeptiert worden. Später, als die Klasse vom Kurssystem abgelöst wurde und als er ab der 11. Klasse beim Schulchor mitmachte, habe sich das geändert, weil er neue Leute kennengelernt habe, die ihn nicht als den Kleinen kannten. Da habe er viele Freunde gefunden.
Sein Notenschnitt liegt bei 1,1. Er macht am Dienstag freiwillig eine mündliche Prüfung in Erdkunde und könnte dadurch noch die 1,0 schaffen. Das haben manche Schulkameraden mit dem Wort "Streber" quittiert. Marcus sagt, er sei auch so zufrieden, aber er mache das aus sportlichem Ehrgeiz. Angewiesen ist er auf den Schnitt nicht - er hat bereits die Aufnahmeprüfung der Hanns-Eisler-Musikhochschule bestanden und wird dort ab Oktober Dirigieren und Komponieren studieren. Bei der Studienberatung waren sie sich erst nicht ganz sicher, ob das schon mit 16 geht. Aber es geht, nur für Gesang muss Marcus zwei Jahre warten, weil sich die Stimme noch verändert. Da er nicht volljährig ist, kann er nicht einfach in eine Studentenbude ziehen. Marcus hat aber schon in Erfahrung gebracht, dass er sich von seinen Eltern für volljährig erklären lassen könnte, will aber sowieso weiter bei ihnen in Mitte wohnen.
So richtig gelernt habe er für die Abiprüfungen nicht, sagt der 16-Jährige, dem ein Intelligenztest des Hochbegabtenvereins Mensa einen IQ von 143 bescheinigt. "Fächer, in denen ich eine Klausur nicht am Abend vorher vorbereiten kann, habe ich abgewählt", erzählt Marcus. Bio und Chemie zählen dazu. Meistens schaue er sich nur das an, was er verstehen müsse und erschließe sich alles andere damit. "So zehn Seiten auswendig lernen, den Stress mache ich mir nicht." Die Zeit hätte er auch gar nicht, denn vieles dreht sich in seinem Leben um Musik - neben Mathe sein Leistungskursfach. Seit er fünf ist, spielt er Klavier. Später kamen Gesang und Saxophon dazu. Eigene Stücke komponiert er, seit er elf ist. Etliche Musik-Wettbewerbe hat er bereits gewonnen. Er wird sich im Studium der Klassik widmen, aber an den Wänden seines Zimmers hängen Beatles-Plakate. Mit einer Schulfreundin schreibt und singt er Popsongs, auch Jazz interessiert ihn und für seine Schule komponierte er eine Hymne. Marcus hätte auch Mathe oder Informatik studieren können, er ist Mitglied in der Mathematischen Schülergesellschaft. Sein Vorbild ist aber Herbert von Karajan. Sein Traum: Dirigent und Komponist werden, weil "da ist die Freiheit am größten, niemand sagt einem, was man tun muss".
Marcus Merkel gibt am Sonnabend um 19 Uhr ein Benefizkonzert in der Aula seiner Schule, Kissingenstraße 12, Pankow. Eintritt frei, Spenden gehen an die Gesellschaft für das hochbegabte Kind.
Schon mit 16 spielend das Abi geschafft |
Tagesspiegel am 21.06.2008
Marcus Merkel schließt das Gymnasium nach nur zehn Schuljahren mit eins ab Er hat drei Klassen übersprungen und will Dirigent werden
von Stephanie Walter | Link zum Artikel im Online-Archiv des Tagesspiegel
Während seine Altersgenossen nächste Woche ein zweites Mal die Mathematik-Prüfung für den Mittleren Schulabschluss schreiben müssen, ist Marcus Merkel schon ein paar Schritte weiter. Der 16-jährige Schüler der Rosa-Luxemburg-Oberschule in Pankow hat am Dienstag mündliche Abi-Prüfung. "Wenn ich 14 Punkte schaffe, habe ich einen Durchschnitt von 1,0", erzählt der Junge mit dem dunkelblonden Kurzhaarschnitt. Damit ist er nicht nur einer der besten Berliner Schüler des diesjährigen Abiturjahrgangs, sondern wohl auch der Jüngste.
Dieses Ergebnis überrascht ihn selbst auch. "Ich hatte einen Schnitt von 1,3 angepeilt, aber ich habe nicht damit gerechnet, dass es so gut wird", sagt er. Allerdings haben an der Rosa-Luxemburg-Oberschule gleich mehrere Absolventen die Traumnote 1,0, die es hier vorher noch nie gegeben hat. "Unser Mathelehrer hat immer tollen Unterricht gemacht", erklärt Marcus, wie es dazu gekommen sein könnte.
Als er mit sieben Jahren eingeschult werden sollte, kam er direkt in die zweite Klasse. Lesen konnte er schon mit drei Jahren. Nach der dritten Klasse wechselte er in die 5. Klasse der Rosa–Luxemburg-Oberschule. Im Rahmen der "Schnellläuferklasse" werden die Schüler hier in acht statt neun Jahren zum Abitur geführt.
Als Streber wurde er trotzdem nie bezeichnet. "Erst jetzt, weil ich mit einem 1,1-Schnitt noch freiwillig in die Erdkunde-Prüfung gehe", sagt Marcus. Viel lernen musste der Junge mit einem IQ von 143 eigentlich nie. Seine Lernstrategie: "Wenn sich eine Klausur in der Oberstufe nicht am Abend vorher vorbereiten ließ, habe ich einfach gar nichts gemacht". Eine schlechte Note hat er aber auch mal kassiert. "Eine 5+ in Geometrie in der sechsten Klasse." Trotzdem zählte Mathe neben Musik zu seinen Lieblingsfächern.
Die Musik spielt auch in seiner Freizeit eine große Rolle. Mit fünf Jahren bekam Marcus Unterricht auf dem Klavier, vier Jahre später auch auf dem Jazzpiano und in Gesang. Mit elf Jahren machte er die ersten eigenen Kompositionsversuche, zwei Jahre später lernte er dann Saxophon spielen und hat inzwischen Unterricht im Dirigieren.
Kein Wunder also, dass es Marcus auch beruflich zur Musik zieht: Dirigent möchte er werden. Die Aufnahmeprüfung an der Hanns-Eisler-Hochschule hat er schon geschafft. Hat er ein Vorbild? "Karajan", sagt er. "Und bei den Komponisten Messiaen und Boulez." Beim Dirigieren und Komponieren will er es aber nicht belassen. "Ich möchte gern noch Kontrabass lernen", erklärt er. "Mir fehlt ja noch ein Orchesterinstrument."
Wenn Marcus komponiert, setzt er sich am liebsten nachts um fünf ans Klavier. "Da blendet das Licht nicht so und nichts lenkt ab", sagt er. Zu seinen Werken zählt auch eine Schulhymne, die bei der Abiturverleihung erklingen wird. Neben so viel Musik bleibt ihm trotzdem noch Zeit für andere Hobbys: "Ich fotografiere gern und gehe mit Schulfreunden ins Café oder Kino und natürlich in Konzerte." Besonders gern ist er am Potsdamer Platz.
Heute um 19 Uhr gibt Marcus Merkel mit seiner Schwester Laura (beide Klavier und Gesang) und den Freunden Charlotte (Geige) und Josua Petersen (Cello) ein Benefizkonzert zugunsten der Deutschen Gesellschaft für das hochbegabte Kind. Aula der Rosa-Luxemburg-Oberschule, Kissengenstraße 12, 13189 Berlin-Pankow. Der Eintritt ist frei. Mit dem Erlös werden hochbegabte Kinder aus sozialschwachen Familien unterstützt.
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 21.06.2008)
Berlins jüngster Einser-Abiturient |
Berliner Morgenpost am 21.06.2008
Die Hände von Marcus fliegen über die Tasten des glänzenden Steinway-Flügels in der Aula des Rosa-Luxemburg-Gymnasiums in Pankow. Der 16-Jährige probt für das Benefizkonzert, das heute Abend zugunsten der Begabtenförderung stattfinden soll.
Link zum Artikel im Online-Archiv der Berliner Morgenpost
Es wird gleichzeitig seine letzte Vorstellung an der Schule sein. Denn nach dem Sommer beginnt er sein Studium. Marcus Merkel ist mit seinen 16 Jahren wohl der jüngste Abiturient von Berlin. Und damit nicht genug. Er schließt auch noch mit Traumnote "1" ab.
Genau genommen ist sein Schnitt 1,1 und das wurmt ihn. Deshalb hat er sich freiwillig zur Nachprüfung in seinem Leistungsfach Erdkunde gemeldet. "Die Null hinter dem Komma ist rein sportlicher Ehrgeiz, ich könnte auch so ganz zufrieden sein", sagt er.
Sein Studienplatz an der Musikhochschule Hanns Eisler ist ihm ohnehin schon sicher. Bereits seit zwei Jahren ist er dort als Jungstudent eingeschrieben. Gleichzeitig belegte er an der Humboldt Universität ein Mal pro Woche einen Mathekurs. Außerdem nimmt er seit seinem fünften Lebensjahr Unterricht an der Musikschule.
Marcus Merkel ist hochbegabt - er weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig die richtige Förderung ist. Deshalb hat er mit seiner Schwester Laura und den Mitschülern Josua Petersen und Charlotte Petersen das Benefizkonzert organisiert. Mit den Spenden soll die Junior-Akademie auf der Insel Scharfenberg unterstützt werden, in der begabte Grundschüler in den Sommerferien Kurse belegen können.
Gerade die Grundschule war für Marcus die schlimmste Zeit. Seine besondere Begabung hatte die Amtsärztin schon bei der Schuleingangsuntersuchung festgestellt, als er ihr fließend aus ihrem medizinischen Wörterbuch vorlas.
Doch obwohl er damals gleich in die zweite Klasse eingeschult wurde, fand er den Unterricht tödlich langweilig. "In der dritten Klasse klagte er ständig über Bauchschmerzen und wollte nicht mehr zur Schule gehen", erzählt seine Mutter, Andrea Merkel. Auf Raten der Schulpsychologin ist er dann gleich von der dritten Klasse in die fünfte Klasse des Pankower Gymnasiums gesprungen. Hier fühlte er sich endlich richtig gefordert. Im Schulchor und im Orchester fand er Gleichgesinnte. Und außerdem entdeckte er eine neue Leidenschaft: die Mathematik. "Unser Mathe-Lehrer schaffte es, jeden für Mathematik zu begeistern", sagt Marcus. Bei ihm, sagt er, habe er das Denken erst richtig gelernt. Statt an der Tafel zu referieren, habe der Lehrer seinen Schülern ein Problem geschildert und sie ermuntert, Lösungen dafür zu finden.
Ein bisschen wehmütig ist Marcus schon, dass er die Schule jetzt verlässt. Sogar eine Schul-Hymne hat er komponiert, die der Chor zur feierlichen Übergabe der Abiturzeugnisse in der kommenden Woche singen wird. Gleichzeitig freut sich der 16-Jährige auf sein Studium. "Endlich nicht mehr früh um sieben aufstehen", sagt er. Jetzt könne er auch bis in die Nacht mit seinen Freunden musizieren.
Auf der Musikhochschule will er Komposition und Gesang studieren. Doch zunächst muss er sich mit Komposition begnügen. Denn für ein Gesangsstudium muss man mindestens 18 Jahre alt sein, weil erst dann die Stimme vollständig entwickelt ist. Dass er an der Hochschule mit Abstand der Jüngste sein wird, stört ihn nicht. "Das bin ich ja gewöhnt", sagt er. Und auch bisher habe er sich seine Freunde nicht nach dem Alter sondern eher nach den ähnlichen Hobbys ausgesucht.
Nach dem Abi in den Tag hinein leben, könne er sich nicht vorstellen. Worauf sich viele seiner Mitschüler freuen, das sei für ihn nichts. "Ich habe immer den Antrieb irgendetwas, zu machen oder zu lernen", sagt er. In der elften Klasse hatte er in den Ferien an einem Sommerkurs für "Kryptographie" teilgenommen, erzählt er. Während andere am Strand lagen, hat er verschiedene Verschlüsselungen geknackt. Für ihn war das ein tolles Ferienerlebnis. Das will er durch sein Konzert auch anderen Schülern ermöglichen.
Das Benefizkonzert mit klassischen Stücken aus verschiedenen Epochen findet heute um 19 Uhr in der Aula der Rosa-Luxemburg-Oberschule, Kissingenstraße 12 statt. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.
"Jugend komponiert" 2007 |
Pressemitteilung Landesmusikrat Brandenburg vom Okt. 2007
Am 13. Oktober fand im Schlosstheater Rheinsberg das Abschlusskonzert „Jugend komponiert“ des Landes Brandenburg statt. Der Wettbewerb war ausgeschrieben für die Besetzung: Flöte, Gitarre und Percussion. Als Juroren wirkten Juliane Klein (Berlin), Prof. Friedrich Goldmann (Berlin) und Prof. Martin-Christoph Redel (Detmold). Vom 10. bis 14. Oktober hatten die jungen Komponisten die Möglichkeit, in der Musikakademie Rheinsberg ihre Werke mit professionellen Musikern und unter Anleitung namhafter Komponisten zu erarbeiten. Neben dem Kursleiter Helmut Zapf (Zepernick) waren als Dozenten Johannes K. Hildebrandt (Weimar) und Erhard Großkopf (Berlin) tätig.
In der Altersgruppe I (10-17 Jahre) ist Marcus Merkel 1. Preisträger. Zwei dritte Preise gingen an: Kaspar Querfurth (Berlin) und Jacob Heine (Eggerdorf). In der Altersgruppe II (18-25 Jahre) wurden zwei dritte Preise vergeben an: Daniel Hey (Berlin) und Christoph Aderkast (Altlandsberg). Die Preisträger erhielten ein Stipendium bei den Komponisten Prof. Friedrich Goldmann, Prof. Georg Katzer, Friedrich Schenker, Prof. Dieter Schnebel und Helmut Zapf.
Insgesamt nahmen 26 Jugendliche am diesjährigen Kompositionswettbewerb der Länder Berlin und Brandenburg teil.
Wettbewerb ohne Verlierer |
Website der Rosa-Luxemburg-Oberschule vom September 2007
Artikel zum Ideen-Wettbewerb zum 100-jährigen Schuljubiläum der Rosa-Luxemburg-Oberschule
von Tina Grunert | Link zum Artikel auf der Website der RLO
Seit Monaten schon hörte man im Schulhaus von einem Wettbewerb, der hinsichtlich des Schuljubiläums stattfinden sollte. Durch die Kurse gingen Anmeldeformulare und an jeder zweiten Pinnwand sprang einem ein Info-Zettel zum Thema ins Auge. Jeder könne teilnehmen, es gebe keine Personenbegrenzung, keine Themenvorgabe, nur die Aufforderung: Wer kreative Ideen hat und diese vor Publikum präsentieren möchte, ob allein oder in einer Gruppe, mit einem Lied, einem Theaterstück, Manuskript, einer Diashow oder was auch immer, alles wäre erlaubt, der solle sich doch bitte anmelden.
Ich selbst entwickelte dafür überhaupt keine Ambitionen und gerade dann, wenn man dazu aufgefordert wird, kreativ zu sein, tritt ja meist das Gegenteil ein und man fühlt eine plötzliche Leere im Kopf. Das Thema ignorierte ich also vollständig, war dafür aber umso neugieriger, als die Termine für die Präsentationen bekannt wurden. Jeder konnte sich, ohne einen Cent Eintritt zu bezahlen, die Präsentationen in der Aula anschauen und ich fand es wieder einmal erstaunlich, wie viele engagierte Schüler, Lehrer und Eltern es gibt, die neben all ihren Verpflichtungen tatsächlich die Zeit finden, so ein großes Projekt auf die Beine zu stellen. Leicht überfordert hat mich dann die Menge und Vielfalt der verschiedenen Präsentationen: An drei aufeinanderfolgenden Abenden stellten je vier Teilnehmer ihre Ideen vor, wobei sie etwas vermittelten, lehrten, forderten, auch kritisierten, das Publikum unterhielten und zum Lachen brachten, zum Nachdenken und Philosophieren anregten oder aber die Zukunft unserer Schule mit diversen Programmen voran treiben wollten, was meiner Meinung nach besonders gewürdigt werden sollte, denn die Ideen für einen Hausaufgabenraum oder jahrgangsübergreifende Projekttage sind realisierbar und vor allen Dingen auch sehr bedeutend für nachfolgende Schülergenerationen.
Dennoch konnte ich die Jury wirklich nicht um ihre schwierige Entscheidung beneiden, da wir uns im Publikum oft genug fragten, ob ein Vergleich in diesem Rahmen überhaupt möglich sei... Immerhin nahmen Schüler von Klasse 6 bis 13 teil, die, bedingt durch ihr Alter, ihre Erfahrung und ihr Wissen alle völlig unterschiedliche Voraussetzungen mitbrachten. Das betonten auch immer wieder die Moderatoren Herr Erhardt und Joseph Teune und dennoch musste eine Entscheidung getroffen werden.
Es wäre zu viel verlangt, alle Teilnehmer noch einmal namentlich zu erwähnen und ihre Projekte ausführlich zu beschreiben, dennoch hier eine kurze Zusammenfassung: Da war zum Beispiel der Film der 6. Klasse namens „Gesichter unserer Schule“, für den sowohl ehemalige Schüler, Lehrer, der Schulleiter Herr Treptow und andere bedeutende Persönlichkeiten der RLO interviewt wurden. Eine hübsche Idee, mit viel Liebe und gleichzeitig amüsanten Szenen vorgetragen. Unserer Namensgeberin Rosa Luxemburg wurden zwei Filme gewidmet, bei denen biographische Daten in einer Art Spielfilm bzw. Dokumentation als Trickfilm verarbeitet wurden. Letzteres, entwickelt vom Schüler Leonhardt Stelmecke aus der 10. Klasse, erhielt eine „Silberne Rosa“. Die Schulhymne, oder besser gesagt, das „Schullied“ von Marcus Merkel und Lisa Repschläger erwies sich als tief emotional mit der Message, dass trotz täglichem Stress und kleinen Konflikten und Reibereien wir alle genau diese Zeit vermissen und unserer Schule treu bleiben werden. Diese Beitrag erhielt ebenfalls die „ Silberne Rosa“ inklusive 300 Euro Preisgeld.
Der erste Preis, die „Goldene Rosa“ ging an Anna Barth und Konstantin Ghantus, die mit einem selbstgedrehten Film, drei Malereien und einer Art Skulptur dem Publikum die Bedeutung bzw. den Sinn der Schule näher bringen und zur Reflexion über dieses Thema auffordern wollten. Sehr philosophisch, bestimmt nicht immer einfach zu verstehen und unmöglich hier in ein paar Sätzen wiederzugeben.
Ob die Preisvergabe nun gerecht ist oder nicht, will und kann ich gar nicht beurteilen. Einfacher wäre es zwar gewesen, die Präsentationen überhaupt nicht zu vergleichen und zu bewerten, aber dann wäre der Reiz des Wettbewerbs, die ganze Spannung dahin gewesen, sowohl für die Teilnehmer als auch für die Zuschauer und schließlich musste ja ein Kompromiss gefunden werden. Im Großen und Ganzen waren ja doch alle Teilnehmer Gewinner, „Verlierer“ im eigentlichen Sinne gab es an diesen Abenden nicht!
Abschließend kann ich nur sagen, dass es wünschenswert wäre, wenn die Beiträge nicht einfach in Vergessenheit geraten, sondern weiterhin im Schulhaus ausgestellt, auf dieser Homepage präsentiert oder im Unterricht thematisiert werden und die Tradition in Form des Wettbewerbs weitergeführt wird.
"Der geht ja voll ab!" |
Website der Rosa-Luxemburg-Oberschule vom September 2007
Artikel zum Solistenkonzert am 19. September 2007 in der Aula der RLO
von Tina Grunert | Link zum Artikel auf der Website der RLO
Auch für Leute, die sich normalerweise nicht unbedingt zu klassischer Musik hingezogen fühlen, war das Solistenkonzert am Mittwoch in unserer neuen Aula ein kurzweiliges Vergnügen!
Schüler, Eltern, Lehrer und Freunde unserer Schule zeigten sich gleichermaßen beeindruckt von den aus dem Publikum betitelten "Wunderkindern" und "Genies", die im Alltag als normale Schüler getarnt unser Gymnasium besuchen.
Der Erlös der Eintrittskarten in Höhe von fünf bzw. drei Euro kommt außerdem unserem neuen Flügel für die Aula zugute.
Einen beeindruckenden Auftakt für das Konzert gaben die zwei Geigerinnen Xenia Przygodda und Charlotte Petersen mit einem "Duo Concertante" von Bèriot. Durch das abendliche Programm führte übrigens unser Fachbereichsleiter für Musik, Herr Fabian, der zu jedem Stück und Komponisten noch ein paar erläuternde Worte sprach.
Weiter ging es mit den verschiedensten Komponisten und Instrumenten, von Brahms bis Mozart und von der Klarinette bis zur Gitarre, nicht zu vergessen natürlich der Gesang, was für reichlich Abwechslung sorgte und besonders Marcus Merkel brachte mit einer Improvisation und einem alten italienischem Volkslied noch mehr frischen Wind in die Veranstaltung. Nebenbei erwähnt: Natürlich wäre es vermessen, die Künstler untereinander zu vergleichen oder den ein oder anderen als besonders hervorzuheben, letztendlich waren alle Leistungen an diesem Abend beeindruckend und ich verneige mich vor all diesen talentierten Musikern!
Demzufolge war dieses Solistenkonzert, im Gegensatz zu einigen ehemaligen Frühlings- oder Weihnachtskonzerten, auch nicht zu langatmig, sondern mit einer Dauer von zwei Stunden inklusive einer kleinen Pause, in der, wie traditionell üblich, von Schülern mit Getränken und kleinen Speisen für das Wohl der Gäste gesorgt wurde, angemessen. In diesen 20 Minuten hörte man erste Eindrücke, wie zum Beispiel von einer Schülerin, die tief beeindruckt nach dem Solo eines jungen Cellisten meinte: "Der geht beim Spielen ja voll ab!" Und dem konnte ich mich nur anschließen: Es ist doch immer wieder faszinierend, mit wie viel Leidenschaft Menschen Musik machen können und dabei scheinbar alles um sich herum vergessen. Eine rote Rose, die jedem Musiker nach seinem Stück übergeben wurde, sorgte dann noch für den passenden glamourösen und professionellem Abschluss.
Und auch wenn vielleicht der ein oder andere winzige Patzer passierte, der allerdings nur von richtigen Kennern identifiziert werden konnte, so stimme ich doch einer Lehrerin unserer Schule zu, die anschließend meinte: "Dafür ist es ja eben ein Live-Konzert!"
Mein einziger Kritikpunkt wäre, dass trotz vieler Werbeplakate an unserer Schule die Aula nur mäßig besucht war, das Publikum bestand vor allem aus Schülern der Oberstufe sowie Lehrern und natürlich den Eltern der Musiker.
Wünschenswert wäre für das nächste Mal also eine höhere Anzahl von Gästen. Vielleicht finden demnächst ja noch mehr Leute die Zeit, ihre (Mit-) Schüler in einem ähnlichen Rahmen zu bewundern, besonders, weil man dem neuen Flügel dann schneller näher kommt.
Zum Abschluss noch ein Wort von einer Mitwirkenden, die sagte: "Wenn Ihr, das Publikum, zufrieden seid, dann bin ich es auch!" Und darüber brauchte sie sich nun gewiss keine Sorgen machen, denn wir waren nach dem Konzert mehr als zufrieden...