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Artikel Tagged ‘kaffee’

Brandenburgische Sicherheit, Vol. 2

21. Juni 2009

Liebe Freunde des gepflegten “Weaner Schmarrrrns”,

gestern war ich mit großen Teilen der heimischen Familie zu einem Ausflug nach Potsdam unterwegs – man besuchte in und um das Schloss Belvedere auf dem Pfingstberg in Potsdam die Veranstaltung “Wiener Melange”, die im Rahmen der Potsdamer Musikfestspiele statt fand.

Nun war das alles ganz gut und schön, vielfältigste Musik mit Wiener Flair und natürlich, in den oberen Etagen der Schlossgemäuer, ein nettes Café mit Stehgeiger, der die Melodien aller mehr oder minder bekannten Strauß-Walzer (Preisfrage: Strauß jun. oder Strauß sen.? Bitte per Kommentar raten oder auf selbigem Wege durch Wissen beantworten! :) Wikipedia gilt nicht! ;) ) rauf und runter schrubbte. Ma könnt a soagn, nauf und nunter… ;)

Nun war der Herr Stehgeiger (der übrigens auffällig oft saß) aber nicht der einzige, der da oben herumstolzierte – neben den vielfältigen anwesenden, kurzatmig durch die Gegend rennenden, dennoch aber mit dem Besucheransturm vollkommen hoffnungslos überforderten Kellnerinnen patrouillierte ein einzelner stolzer Mitarbeiter des SECURITAS-Sicherheitsdienstes auf dem Schutzwall umher, um den Feind zu orten. Letzteres nehme ich – ich bin so frei – aus purer Naivität heraus an, denn er interessierte sich, ständig geradezu hysterisch durch die Gegend stierend, für alles was da auf und unter dem Tisch lag – und wehe, man berührte mit seiner Stuhlkante beim Aufsteh’n vom Kafferl einmal marginal die Schlossmauer – Grundgütiger! Die nächsten Minuten genoss man seine besondere Aufmerksamkeit und kassierte auch prompt eine Verwarnung.

Den Denkmalschutz in allen Ehren, meine Damen und Herren, habe die Ehre, aber in Sachen “Brandenburgischer Sicherheit” kann man sicher auch übertreiben.

Für alle, die sich nun wundern, dass eine (2) hinter dem Titel stand – hier gab’s den ersten Teil!

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Marcus , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Man kann meiner Kaffeetasse Emails schreiben…

2. März 2009

Haha, pünktlich zum Wochenanfang habe ich nun herausgefunden, wie das funktioniert – quasi die Weltformel entdeckt.

Eine kleine – aber dennoch sehr feine – Einstellung (die allerdings nicht im üblichen Konfigurationsmenü, sondern nur online zu bewerkstelligen ist) erlaubt es mir, eine selbstgewählte Emailadresse an meine Kaffeetasse (und zukünftig auch alle anderen Dinge, die ich mit meinen ztamp:s, den Werkzeugen der absoluten Macht, bekannt mache) zu vergeben.

Die ist nun cup@things.violet.net. Verspürt also jemand das dringende Bedürfnis, eine Frage an meine Kaffeetasse zu richten – nur zu!

Jegliche Emails werden mir das nächste Mal von meinem Computer (bzw. meinen Hasen) vorgelesen, wenn ich das nächste Mal Kaffee trinke :)

Ich freu mich auf Nachrichten!

UPDATE: Natürlich freut sich meine Kaffeetasse über Nachrichten, nicht ich. Wie konnte ich das nur verwechseln…

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Schöne Grüße vom Hasen (:

26. Februar 2009
ztamp:s

Die Hasen (nano:ztags), die ztamp:s und der mir:ror sind da!

Und sie arbeiten auch schon fleißig – zur späten Stunde nur ein kurzer Hinweis auf die ersten Ergebnisse: Mein Computer liest mir bei Kontakt mit einem Hasen das Wetter von morgen bzw. die neuesten Nachrichten-Headlines von Spiegel Online (wahlweise auch Tagesschau) vor. Meine Kaffeetasse schreibt auf Twitter, dass ich Kaffee trinke (zu begutachten auf meinem Twitter).

Ich bin ehrlich begeistert – und weitere Beobachtungen & Erfahrungen gibt’s in den nächsten Tagen.

Good night, everyone :)

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Warten auf den Hasen…

25. Februar 2009
mir:ror, nano:ztags & ztamp:s Nabaztag:tag und nano:ztag ztamp:s

ztamp:s nennen sie sich, mir:ror und nano:ztags.

Hinter diesen kryptischen Begriffen verbergen sich allein kleine lustige Geräte, die die Technologie RFID benutzen. RFID, Abkürzung für Radio Frequency Identification, zu Deutsch “Identifizierung durch elektromagnetische Wellen“. Konkret äußert sich das in kleinen Aufklebern mit RFID-Chips (das sind die ztamp:s) und einem Lesegerät, das die Signale der Chips empfängt (das ist der mir:ror, ein kleiner Teller mit integriertem RFID-Leser). Zusätzliche Geräte sind die sehr speziellen Hasen: Nabaztag:tag, ein großer Hase, der die Funktion des mir:rors komplett ersetzt und selbst sprechen kann (Emails vorlesen, Wetter ansagen, Webseiten vorlesen…) und die kleinen nano:ztags, die beim mir:ror mitgeliefert werden und vermutlich den Empfangsbereich etwas erweitern (oder einfach nur kleine Spielzeughasen sind? – man wird sehen).

Die ztamp:s kann ich nun an jedes beliebige Objekt – zum Beispiel meine Kaffeetasse – heften und Aktionen programmieren, die für den Fall des Kontakts mit dem mir:ror ausgeführt werden. Zum Beispiel werde ich meinen Kaffeetassen-Chip so programmieren können, dass er jedes Mal, wenn er am Lesegerät vorbeigeführt wird, eine Nachricht bei Twitter hinterlässt – “Um 10:08 Uhr trinkt Marcus einen Schluck Espresso.”

Nun, schönes Spielzeug, nicht wahr?

In den nächsten Tagen werdet ihr mehr wissen – einfach auf Twitter schauen oder hier meinen Erfahrungsbericht abwarten… :)

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Stolz und Vorurteil

11. Februar 2009

Nun, ich möchte mit ein paar Vorurteilen gegenüber der Britischen Insel und seiner Bewohner aufräumen oder sie auch bestätigen. Zugegebenermaßen aus meiner einseitigen Sicht.

Es ist immer so teuer in England! Nun ja. Natürlich sind die Preise auf der Britischen Insel noch nie niedrig gewesen, auch nicht für das Gehaltsniveau dort. Aber an sich kann ein Brite schon gut in Großbritannien leben. Aber es gibt da so etwas lustiges, was sich “Devisenkurs” nennt. Und der steigt und fällt bekanntermaßen mit der Zeit. Nun stieg der Euro ja schon in den letzten Jahren gegenüber dem US Dollar an und seit Beginn 2008 leiden die Briten an der Angst, der Euro könnte womöglich den Pfund kursmäßig angreifen und zum Sprung auf die Insel ansetzen. Das wäre ja fatal! Doch alles Hoffen und Bangen brachte nichts. Als ich im Schuljahr 2006/07 in Leamington Spa (West Midlands) war, war noch alles normal. Meine Kontoauszüge belegen: Wenn ich £10 abgehoben hab, wurden mir rund €15 abgebucht, also 1:1,5. Doch als ich im April 2008 mit den Englisch Leistungskursen meiner Schule in London war, hatte sich einiges geändert. Nicht nur fing die Bank of England an, den Leitzins zu senken (ein Segen für die 80% Hausbesitzer der Insel), sondern der Pfund sackte auf 1:1,24 ab. Damit wurde London nicht billig, aber bezahlbarer.

Aber 2008 sollte ein schwarzes Jahr für das Pfund Sterling werden. Durch die globale Finanzkrise sank der Pfund noch stärker, als er es ohnehin schon tat und erreichte kurz vor Ende des Jahres fast die magische, tiefschwarze Marke von 1:1.02. Man bekam also am 30. Dezember ganze £0,98 für bloß einen Euro. Wie gesagt, 2007 bekam ich ganze £0,66. 

Ich begann mich zu freuen. Erstens für mich, weil ich ja meinen Trip nach Großbritannien im Februar im Auge hatte und auch weil meine beste Freundin Hanna sicherlich um einige Sorgen ärmer wurde, bei dem Stand des Pfundes! Aber nein, ich bin nicht am 30. Dezember zur Bank gerannt und hab fieberhaft Pfund abgehoben, sondern entspannt in Richtung Februar geguckt. Nicht, dass ich gehofft hätte, dass der Euro den Pfund womöglich noch übersteigt, sondern weil ich aus diversem Quellen erfuhr, dass der Pfund zwar wieder stärker werden würde, aber das nur ganz gemächlich. Und so kam es auch, der Pfund liegt heute bei 1:1.11 und das machte für die eine Woche den Kohl auch nicht fett.

Denn hier ein paar Vergleiche:

  • Londoner U-Bahn: Von meiner Oyster Card (einer tollen drahtlosen U-Bahnkarte, auf die man Wochen/Monatskarten und/oder Geld zum einfachen Fahren raufladen kann) wurde pro Tag £5.10 abgebucht. Das sind €5,79. Eine Tageskarte der BVG in Berlin kostet dagegen €6.10.
  • Klamotten: Nicht überall (z.B. H&M) ist es billiger, aber bei den Bekleidungsläden, wo die Preisschilder immer Pfund, Euro und was weiß ich anzeigen, liegt der Euro-Wert deutlich über dem Pfundwert, somit ist Esprit zum Beispiel günstiger. Nur gefiehl mir die Kollektion nicht ;) Gegenbeispiel: Ein Pulli kostet bei H&M in London £20, in Berlin €20. Also teurer.
  • Krassestes Beispiel (vor allem auf die Dauer^^): Starbucks. Der Laden ist etwas langweilig in London, denn erstens gibt’s ihn an wirklich jeder Ecke und zweitens haben sie bis auf “Skinny Vanilla and Caramel Latte” (also fet- und zuckerreduzierter Café Latte) keinerlei Sonderangebote (wie “Cinnemon Dolce Latte o.ä.). ABER die Preise sind wirklich köstlich. Kostet in Berlin ein tall Café Latte €3 (was 2007 noch £2 waren), so kostet er in London immer noch £2, was aber nur noch €2.20 sind. Ebenso kostet ein Tall Caramel Macchiato nur £2.65. Das lohnt sich doch :)

Die fahren doch alle auf der falschen Seite! Sie sollte rechts fahren.

Och wisst ihr, ich liebe das! Natürlich ist das reine gewohnheitssache und man muss als normaler Tourist auch nicht befürchten, vom Auto umgefahren zu werden oder zurück in Berlin in die falsche Straßenseite einzubiegen. Aber wenn man längere Zeit dort ist, ist das etwas anderes. Aber man kann das ganz schnell lernen, indem man aktiver Verkehrsteilnehmer ist. Also entweder Auto oder, wie ich 2006, Fahrrad fährt. Dann kriegt man ziemlich schnell mit, wenn man nach der Ausfahrt aus einem zwei- oder dreispurigen Kreisverkehr (“roundabout”) auf der falschen Seite landet. Oder wie ich in der Mitte der Straße und kein Auto da ist, was einem zeigt, wo man hinfahren muss.

Und so bekam ich einen Riesenschreck, als ich im Juli 2007 vom Flughafen Tegel abgeholt wurde und mein Vater an der Ecke Seestraße/Prinzenallee in die rechte Einfahrt der Prinzenallee einbog. Aber auch hier, mit Fahrradfahren lernt man das schnell. Auch wenn ich gerne nachts die Ossietzkystraße links befahre, wenn kein Auto da ist, einfach um wieder das Gefühl zu haben :) Und ich erwische mich nach dieser Woche in Großbritannien jedes Mal wieder, dass ich beim Überqueren der Straßen erst nach rechts und dann beim Loslaufen erst nach links gucke, obwohl die Autos in Europa genau von der Seite her kommen. Aber bisher bin ich noch nicht gefährdet gewesen ;)

Ach und für den Normaltouristen gibt’s ja nicht nur in London die tollen Straßenaufschriften an Ampeln: “Look Left” bzw. “Look Right”, damit man’s ja nicht vergisst.

Wasser und Wasserhähne

Das ist so eine britische Macke. Entweder gibt es im typischen Einfamilienhaus auf der Insel gar kein fließend warmes Wasser außer aus der Dusche, die aus einem Kasten an der Wand besteht, wo ein Temperaturregler und jeweils ein “Start” und “Stop” Knopf ist. Hinter der Wand ist dann ein Durchlauferhitzer.

Und am Waschbecken gibts entweder (wie in Leamington) nur kaltes Wasser oder, eigentlich noch idiotischer, zwei getrennte Wasserhähne: Einer kalt, der andere warm.Und ich meine nicht ein Wasserauslauf und ein “warm”-Regler und ein “kalt”-Regler und eine Mischbatteri, nein ich meine zwei Wasserhähne, getrennt. Die liegen meist noch jeweils auf der gegenüberliegenden Seite. Man kann sich also die linke Hand kalt und die rechte Hand heiß waschen. Sehr lustig. Beim Händewaschen. Beim Zähneputzen. Oder beim Rasieren. Alles total klasse.

Alles so geordnet!

Wer denkt, dass Deutschland eine bürokratieverseuchte Beamtenlandschaft ist, der sollte sich mal in Großbritannien gehen. Am College gibts jedes Formular in einer anderen Farbe, man muss seine, ich nenne es mal “Rasse” angeben (Beispielsweise: white, black-caribbean, black-african, Indian, Chinese etc…) und alles wird schön ordentlich zugeteilt.

Man merkt die Ordnung der Briten auch in der Öffentlichkeit und als Tourist. An der Bushaltestelle stellt man sich in einer Reihe an und drängelt nicht vor. Alle, die irgendwas offizielles machen, haben eine Uniform, die sie richtig wichtig aussehen lässt und seien es die Straßenreinigungsleute oder die Politessen. Neben der normalen Polizei (in London die Metropolitain Police, oder kurz “Met”) gibt es Community Support Officers und die British Transport Police. Dann noch die UK Boarder Agency (Grenzschutz) und sonstige Behörden des Home Office, des Innenministeriums. Und alle haben sie wichtige, oftmals schwarz-weiße mit neongelber und mit Reflexionsstreifen versehener Jacke auf der hinten dann der Titel steht. Die London Met wirbt in der Tube extensiv für “Voluntary Police Officers” mit 16 Stunden Einsatz im Monat. Also freiwillige Polizeikräfte, die vor allem Londons Nachtleben aufräumen sollen. Für die Londoner, die noch etwas Abenteuer suchen würde ich mal sagen.

Und noch etwas ist ganz wichtig: Die Warnschilder. Sie sind natürlich normiert. Ein Feuerausgang kann nicht einfach die Aufschrift “Fire Exit” haben sondern ein weißes Schild mit blauem Kästchen in dem weiß geschrieben steht “Fire Exit Keep Clear”. Jede Pseudo-Brandschutztür hat ein rundes Schildchen “Fire Door Keep Shut” und so weiter und so fort. Und das geht nicht nur mit dem Brandschutz so. Arbeitsschutz und sonstawas wird ganz riesig geschrieben. Problem ist bl0ß, wenn die ganzen Osteuropäischen Gastarbeiter das nicht verstehen… 

Apropos Osteuropäische Gastarbeiter: Arbeiter in Ölraffinerien sind in der Woche, in der ich in Großbritannien war, gestreikt, weil ihre Firmen (BP und Co) einige italienische und osteuropäische Arbeiter einstellen wollte. Die Streikenden protestierten mit Schildern, auf denen Gordon Browns Satz “British Jobs for British People” geschrieben stand, welchen er natürlich nicht so zusammenhangslos gesagt hat, aber man nimmt ihn nun mal einfach. Nun ja, sie haben sich irgendwann geeinigt, Jobsicherheit und nur ein paar Fremdarbeiter waren die Lösung.

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Wo ist die verdammte Kaffeetasse?

8. Februar 2009

… frag ich mich jeden Morgen wieder, denn ich nehme sie jeden Tag nach dem Frühstück neu gefüllt in mein Zimmer mit, um sie dann genüsslich langsam, aber stetig zu leeren.

Sie könnte quasi überall sein. Auch das Zimmer könnte sie gewechselt haben – denn ich nehme sie manchmal zum Klavier üben mit :)

Es beginnt also täglich eine Reise in die Welt der Vergangenheit, ich scheitere dann jeweils kläglich daran, die Ereignisse nach dem gestrigen Frühstück noch einmal in Gedanken durchzuspielen. Und ich begründe das an dieser Stelle immer gern mit “Ja, in meinem Alter…”.

Weitere Nebenwirkung der täglichen Suche: Der Beginn des Frühstücks verzögert sich, teilweise sogar für die ganze Familie. Knurrende Mägen, sehnsüchtige Blicke oder im Extremfall auch schlechte Launen könnten bei meinem Eintritt in die Küche die Folge sein. Es gilt also, sich zu beeilen.

So, gefunden! Ich bin dann weg ;)

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