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Artikel Tagged ‘hoch’

Mysteriös!

23. September 2009

Nun, von Orten, die nicht gefunden werden können, außer von denen, die schon wissen, wo diese Orte sich befinden, hat der geneigte Leser sicherlich schon gehört. So auch ich. Doch – dass sich so etwas in der Hochschule für Musik “Hanns Eisler” findet, war mir bisher nicht bekannt.

In der Hochschule war ich nämlich heute, und im Treppenhaus der 3. Etage begegnete mir folgendes Plakat:

Wegweiser zum Studiengang Dirigieren

Wegweiser zum Studiengang Dirigieren

Der interessierte Student begibt sich nun also in die 4. Etage, um den Raum No. 455 auf dem Etagenplan zu finden.

Etagenplan in der 4. Etage der HfM "Hanns Eisler"

Wenn sich nun jemand denkt – “mysteriös!” - dann kann ich versichern: Das war auch mein erster Gedanke. Ich stand ein paar Minuten vor diesem Plan und suchte R. 455, bis ich schließlich verzweifelt aufgab.

Sollte jemand den R. 455 auf diesem Plan finden, möge er mir dies bitte mitteilen, zum Beispiel in Kommentarform… Dankeschön!

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Sag Hallo zu Onkel Scharfschütze!

24. Mai 2009

Nun feier(te)n wir ja am heutigen Tage dieses großartige Ereignis, das in aller Munde ist… natürlich geht es, wir erwarten es, um den Geburtstag des großen Komponisten Richard Wagner, der nachgefeiert wird – der eigentliche Geburtstag vom Richard ist der 22. Mai 1813, aber wie wir wissen, lässt es sich am Samstag besser feiern.

Doch geht es, wie der Titel ansatzweise vermuten lässt, nicht darum. Viel unbedeutender natürlich, gab es da noch den 60. Geburtstag unseres lieben Grundgesetzes

Wie der ahnungslose und mindestens genauso hilflose Student am Freitagmorgen, in meinem Falle gegen 10 Uhr, erfahren durfte, fand der offizielle Teil der Feierlichkeiten zum runden Geburtstag bereits an genau diesem Freitag statt – und das nicht irgendwo, sondern im und um das Konzerthaus am Gendarmenmarkt in Berlin.

Schon Tage zuvor rückten Polizistenscharen am Gendarmenmarkt an, ein paar Absperrzäune im Gepäck, die bereits locker aufgestellt wurden. Am Freitag wurde die Lage verschärft, indem die Lücken zwischen den Zaunteilen geschlossen und damit der gesamte Gendarmenmarkt abgeriegelt wurde. Nur ein einziges Portal an der Seite des deutschen Doms blieb offen, dort jedoch stand eine Mannschaft von Sicherheitspersonal, die an Geräten, die man sonst vom Flughafen kennt, auf die nächste Leibesvisitation lauerten.

Der Grund, wie ich später aus aktuell informierten Hochschulkreisen erfuhr: Frau Merkel und Herr Köhler sollten zu Besuch kommen.

Ich jedenfalls kam unter Inkaufnahme von Umwegen schließlich doch zur Hochschule und arbeitete mich (zu Fuß!) in die fünfte Etage vor, wo mein Seminar stattfinden sollte – Instrumentation, 3 Stunden, bis 13 Uhr – alles noch harmlos.

Es schloss sich eine Stunde Kompositionsunterricht an. Und jetzt wird’s gruselig. Mit meinem Lehrer zog ich in einen anderen Raum um, einen Raum, dessen Fenster dem Gendarmenmarkt zugewandt sind. In diesem konkreten Fall hieß das, man sah das Konzerthaus von hinten – das Dach des Konzerthauses, aus der 5. Etage.

Zunächst fiel es uns noch gar nicht auf – bis ein Professor von nebenan hereinschneite und uns auf das Schauspiel hinwies: Allein auf dem für uns sichtbaren Dachabschnitt hockten drei Gestalten, jeder in schwarz gekleidet, vollkommen vermummt, ein Fernglas um den Hals und – jetzt kommt’s – einem Scharfschützengewehr in den Händen.

Und als ob das noch nicht für den Schrecken des Tages ausgereicht hätte – wohlgemerkt, man konnte den Knaben direkt in die Augen sehen, denn sie saßen/hockten uns auf Augenhöhe gegenüber:
Mein Lehrer öffnete einmal das Fenster, denn die Luft im Raum war tatsächlich ganz schrecklich; sofort fuhr einer der Scharfschützen samt Gewehr in der Hand herum, mein Lehrer “der zielt auf uns!”, geht zügig vom Fenster weg und setzt sich friedlich wieder auf seinen Stuhl.

Der abschreckende Charakter der ganzen Veranstaltung wurde durch die schöne bayrische Blasmusik auf dem Platz auch nicht wesentlich gemildert…

Sicherlich ein besonders beruhigendes Gefühl, zu wissen, dass höchstwahrscheinlich einer der Onkels auf dem Konzerthaus nur dafür abgestellt ist, die Fassade der Hochschule zu überwachen. Besonders natürlich für die Lehrer, die das einen ganzen Tag aushalten mussten.

Fenster öffnen wird zur Mutprobe.

Nach dem Unterricht ging ich schließlich wieder hinunter auf die Straße – immer noch schallte die bayrische Blasmusik (die Kapelle war immerhin besser als die, die ich vor 2 Wochen am Brandenburger Tor ertragen musste) herüber – und ich schaute nach oben.

Tatsächlich sah man rein gar nichts: Weder das Aufblitzen einer Reflexion von Sonnenlicht in einem Fernglas, noch einen der netten Onkels auf dem Dach selbst…

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Aktuelle Anekdoten aus der Musikhochschule, Teil 2

12. Mai 2009

In der Hochschule erlebt bzw. sieht man schon so Sachen. Auch Erinnerungen an ältere Zeiten werden ab und an zu Tage gefördert…

Mendelssohn Klavierabend

Nun, dieses Zettelchen, das einem neben der Fahrstuhltür begrüßt, riecht ganz streng nach Nostalgie, denn – wie war das doch zur Zeit der Aufnahmeprüfungen? Da hingen doch diese Anmeldelisten für die Klavierprüfung: “Hong, Hong, Hong, Hong, Hong… Kim, Kim, Kim…” (Artikel auf AM BLOGgen von damals).

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Ein letztes Mal…

11. Mai 2009

… Fahrstuhl fahren!

Nun kommt am heutigen Tage der ahnungslose und (natürlich wie immer) unschuldige Student in die Hochschule für Musik “Hanns Eisler”, betritt das Gebäude der Hochschule, das sich hinter dem Konzerthaus am Gendarmenmarkt lokalisiert, und sucht den Weg in die 3. Etage.

Man gelangt zum Fahrstuhl, dem Gerät, das, so erinnert man sich gern, einen oft gerettet hat, wenn man 3 Minuten vor (bis 5 Minuten nach, alles ist drin) Unterrichtsbeginn in der Hochschule erscheint und der aufzusuchende Unterricht natürlich in der 5. Etage statt findet.

Nun ahnt man ja nichts böses, und doch begegnet einem an der Fahrstuhltür ein Zettel mit der folgenden Aufschrift:

Ab dem 12.05.2009 ist dieser Fahrstuhl längerfristig gesperrt.

Das Studentenhirn arbeitet, wie so oft, auf Hochtouren und ermittelt mit einigem Aufwand die schockierende Gewissheit: Das ist ja morgen!

In stiller Trauer fährt man im Folgenden mit dem Fahrstuhl, einem, wie es nun plötzlich scheint, guten alten Freund – war er doch vor wenigen Tagen noch die “dämliche alte Schrottkiste mit Eigenleben” (selbstverständlich nur ein winziger Auszug aus der Bezeichnungsvielfalt, die sich unter Studenten einbürgerte – ein Großteil derer ist der für den Online-Gebrauch üblichen Zensur zum Opfer gefallen, sollte man noch erwähnen).

Im Unterricht nun geben die Lehrer und Professoren Ratschläge, wie man mit diesem Problem umgehen könnte – “Also ich werde heute noch 20 Mal mit dem Ding hoch und runter fahren, denn das gibt’s ja ab morgen nicht mehr… das empfehle ich Ihnen natürlich auch!”

Andere Stimmen, ich vermute sie im Foyer, munkeln, dass ein Großteil der Hochschulbelegschaft, Lehrkörper sowie Studierende, im weiteren Verlauf des aktuellen Semesters wohl einiger Kilos ledig werden wird…

So viel also zu Abnehm-Tipps für den Sommeranfang! ;)

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Eine Prüfung für Absoluthörer – Teil 2

17. Februar 2009

Nun zum Geschehen hinter der Tür des Prüfungsraumes…

Hineingebeten wurde ich, legte dann meine Sachen ab, bis mir ein Stuhl vor dem Flügel angeboten wurde – der natürlich so stand, dass ich anschließend mit dem Rücken zum Flügel, ergo auch mit dem Rücken zum Prüfer, und mit dem Gesicht zum Zweitprüfer saß, der Formulare ausfüllte, jedoch aufmerksam zuzuhören schien.

Erste Aufgabe: Akkorde hören. Da war erst ein fünfstimmiges Ungetüm von einem Durakkord mit großer Septime – der war recht schwierig, da ein Akkordton verdoppelt war, ich in diesem Fall den verdoppelten Ton immer als Oberton seines Originals höre und anschließend verzweifelt nach dem 5. Akkordton suche. Ein wenig Glockengeläut vom französischen Dom erschwerte die Suche.
Zweiter Akkord. Der war etwas einfacher, das Glockengeläut hatte aufgehört und ich war etwas schneller.

Ohne Vorwarnung wurde mir nun eine Skale vorgespielt – in der dreigestrichenen Oktave beginnend ein f phrygisch abwärts, allerdings so schnell, dass man noch den Fahrtwind von der Handbewegung spürte ;)

Rhythmus klopfen – war dagegen einfacher, als ich erwartet hätte. Keine besondere Herausforderung.

Ich war bis hierhin schon ordentlich aufgeregt und dachte, ich hätte das schlimmste überstanden… dachte ich.

Erst jetzt begann der lustige Teil. Meinen Prüfern war anzumerken, dass sie bereits mehrere Stunden lang mündliche Abschlussprüfungen im Fach Tonsatz abgenommen hatten, denn sie hatten ein unbändiges Bedürfnis nach Unterhaltung.

Der geneigte Leser sollte wissen: Eines der wenigen Dinge, mit denen man den Absoluthörer wirklich ärgern kann, ist das relative Hören (also das Hören von Beziehungen, Intervallen, völlig losgelöst von absoluten Tonhöhen – was das auch so schwer macht). Man gibt dem Absoluthörer eine Melodie vor und sagt ihm, er soll sie auf einer anderen Tonhöhe beginnen.

Und genau das sollte ich tun: Da war eine Melodie, einst ersonnen vom Herrn Johannes Brahms, die ich statt A-Dur in F-Dur singen sollte. Auch das war noch recht harmlos, schließlich merkt man beim Hören des Gesungenen, ob man sich noch in einer Dur-Tonart bewegt oder nicht.

Anschließend gab er mir einen Zettel in die Hand mit lauter sauber durchnummerierten Tonreihen – Allintervallreihen, das sind Zwölftonreihen, in denen jedes der 11 in der Oktave enthaltenen Intervalle genau einmal vorkommt. Zunächst sollte ich Nummer 36 singen – allerdings nicht, wie es auf dem Blättle stand, sondern alles eine Terz tiefer – und anschließend Nummer 45, eine Sekunde tiefer.

Der geneigte Leser sollte wissen, dass mir dieses Horrorszenario bereits in meiner Aufnahmeprüfung begegnete: Der Professor wusste um mein absolutes Gehör, weshalb ich die Allintervallreihe an der Tafel einen Tritonus tiefer singen sollte. Damals landete ich statt bei h (wie es hätte sein sollen) auf c. Und der Professor hatte seinen Spaß daran. Ich nicht. Ganz und gar nicht…

Dieses Mal jedoch sollte mir das Glück beschieden sein, mein Trauma zu überwinden und auf dem richtigen Ton zu landen (es folgte eine Günther-Jauch-Szene: “Bist du dir sicher oder möchtest du die Reihe lieber noch einmal wiederholen?” – “Ich bin sicher.”, bis die Bestätigung des Tons durch das unbestechliche Klavier folgte).

Der Zweitprüfer hatte keine Fragen mehr an den Angeklagten (Zitat: “Ich denke, das ergibt ein klares Bild”), und so wurde ich hinausgebeten, um grob geschätzt 30 Sekunden später wieder hineingebeten zu werden.

Mir wurde nun mitgeteilt, dass die Jury sich entschlossen hatte, mir eine runde Eins zu geben – und man gratulierte zum Abschluss aller drei Prüfungen (Vordiplom, Diplom schriftlich, Diplom mündlich) mit glatter Eins.

So steh ich nun, wissend, dass ich durch diese drei Prüfungen, die ich dieses Semester schon freiwillig über mich ergehen ließ, hoffentlich nie wieder in diesem Leben Gehörbildung machen muss (außer vielleicht dieses Fach eines Tages mal unterrichten). An jeder anderen Uni oder Hochschule kann man auf eine Anerkennung dieses Abschlusses hoffen :)

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Eine Prüfung für Absoluthörer – Teil 1

12. Februar 2009

Nun versprach ich ja vor zwei Tagen bereits, die Kurzauswertung meiner mündlichen Abschlussprüfung in Gehörbildung noch über die Ergebnisverkündung hinaus zu erweitern. Et voilà…

Um 12.20 Uhr sollte es los gehen – deshalb war ich Punkt 12 Uhr in der Hochschule, um mich noch einmal zu vergewissern, wo genau die Prüfung überhaupt stattfinden soll. Außerdem schaute ich mir die Liste der Prüflinge vor mir an – für 11.40 Uhr war eine weibliche Studentin eingetragen, für 12.00 Uhr ein männlicher, und um 12.20 Uhr sollte ich dran sein.

Nun begab ich mich zum Raum der Räume und sah einige Minuten später, wie ein Mädel den Raum verließ… Kurz zurück zur Liste, meine Überprüfung ergab: Das einzige Mädchen auf dieser Liste war die 11.40-Kandidatin. Offenbar ist der Ablauf leicht verspätet? Die Studentin wurde in einen Vorbereitungsraum geführt, aus dem sie 10 Minuten später wieder erschien und wenig später erneut in den Prüfungsraum gebeten wurde. Mein Lehrer, der Prüfer, an dieser Stelle zu mir: “Marcus, wir sind ein wenig im Verzug… dauert noch ein klein wenig.”

Es war nun 12.20 Uhr, eigentlich hätte ich jetzt den Raum betreten sollen… Aber man hat ja Zeit.

Wenig später tauchte ein männlicher Kollege auf. Der sah fast so aus, als hätte er (normalerweise) 12.00 Uhr Termin zur Tonsatz-Prüfung gehabt. Eine kurze Frage an ihn, und die Bestätigung meiner Vermutung folgte.

Für mich hieß das: Ich gehe lieber noch mal im Foyer einen Kaffee trinken – das tat ich dann auch. Nach 10 Minuten kam ich wieder in die 5. Etage zurück und sah noch den Rücken des Kollegen, der vor mir zur Prüfung gemeldet war, in der Tür verschwinden. Also noch 20 Minuten bis zu meiner Prüfung.

Zum Geschehen hinter der Tür des Prüfungsraum im Teil 2

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Der Komödie zweiter Teil – Finale! :)

10. Februar 2009

So, das war’s. Soeben bin ich wohlbehalten wieder zuhause angekommen und habe die Gewissheit, nie wieder in meinem Leben an irgendeiner Uni oder Hochschule irgendwelche Gehörbildung betreiben zu müssen. Ein sehr schönes Gefühl, kann ich nur sagen :)

Da ich bald wieder mit meiner heiß geliebten Deutschen Bahn (zu diesem Thema empfehle ich, den entsprechenden Artikel auf der Startseite von www.marcusmerkel.de zu konsultieren) nach Brandenburg los muss, um dort mit diversen Chören zu proben, bleibt mir nur, kurz das Ergebnis meiner Abschlussprüfung in Gehörbildung zu kredenzen: Insgesamt 1,0 – in der soeben erfolgten mündlichen Prüfung also auch eine runde ’1′.

Momentan bin ich rundum glücklich… Weitere Berichte von der Prüfung und ihrem Verlauf folgen heute Abend, nach meiner Rückkehr aus Brandenburg! :)

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