Die Gesamtschülervertretung der Rosa-Luxemburg-Oberschule, der ich ja nun seit knapp eineinhalb Jahren angehöre, fuhr dieses Januarwochenende auf die, nun ja seit zwei Schuljahren regelmäßige, GSV-Fahrt nach Flecken-Zechlin.
Diese Fahrt findet auch zum zweiten Mal mit dem Carl-von-Ossietzky Gymnasium statt, mit welchem wir nun seit letzte Schuljahr zusammenarbeiten. Allerdings war die letzte “gemeinsame” GSV Fahrt im Dezember 2007 eher zwei einzelne Fahrten, denn die einzige Verbindung beider Schulen war unser Schulsprecher und der jetzige FSJler des CvO.
Das sollte dieses Jahr anders werden. Es sollte eine gemeinsame Fahrt werden,

Schüler beim SV-Seminar
zumal sich nun schon einige Rosas und Ossis kannten, nicht nur auf kollegialer, sondern auch auf persönlicher Ebene und vor allem die Jüngeren alte Grunschulklassenkameraden/innen wiedertrafen. Nach einigen, nicht ernst zu nehmenden Anfeindungen zwischen Rosa und Ossi im Bus (bzw. in Flecken) per SMS (Rosa: “Haltet uns die 3er Zimmer frei, wir sind quantitativ klar überlegen” – Ossi: “Arroganz war schon immer Tugend eurer Schülerschaft. Dem Tribut zu zollen viel eurem Schulsprecher wohl leicht.”)
Auch die Themen der Seminare sollten anders werden: Es sollte weniger Methodenarbeit (wie Dezember 2007) gemacht werden, sondern vor allem inhaltlich gearbeitet werden, da uns das letztes Mal zu kurz kam. Und so haben es unsere wunderbaren Teamer geschafft, beides auch noch clever zu verknüpfen, ohne dass es groß auffällt. So beschäftigt man sich mit verschiedenen Themen und wendet jedes Mal eine andere Methode an, ob das ein Plakat ist, Moderationskarten oder das “open space” Modell für Projektarbeit, wo jeder mal bei einer Gruppe vorbeischauen soll. Letzteres ging nicht so gut auf,
wir blieben alle mehr oder weniger in unseren einzelnen Gruppen und wurden gleich noch vor ein anderes Problem gestellt: Wir, das Rosa, begannen Samstag mit der Projektarbeit um 16.28 Uhr. Die Ossis mussten aber um 16:30 Uhr wieder in ihrem Seminar sein, was die Arbeit der RLO-CvO-Kooperationsgruppe erschwert. Aber gut, unsere Gruppe hat sich am Abend noch einmal getroffen, über die Projekte diskutiert und zu guter Letzt noch eine dreiviertel Stunde Stuhlpogo gespielt (dazu mehr in einem anderen Beitrag).
Doch was haben wir eigentlich gemacht außer ein verlängertes Wochenende in einem Dorf in der Nähe von Rheinsberg an einem zugefrorenen See zu verbringen und alle paar Stunden zu essen?
Wir haben am Freitag Plakate zum Thema “der perfekte Klassensprecher” (für die, die zum ersten Mal dabei waren) bzw. “der perfekte SV-Vorstand” (für die, die 2007 mit dabei waren) erstellen. Dazu bekamen wir einen Stapel Magazine (Spiegel, Focus, IKEA Katalog, connect etc.^^) und sollten nur mit Hilfe von Zeitungsausschnitten aus genannten Magazinen und Zeichnungen das Thema behandeln. Also keine Stichpunkte oder irgendwas. Dann nimmt man Bilder, Werbungen oder Überschriften aus den Magazinen und klebt sie intelligent auf das Plakat. Das war eine schöne Aktion, für die wir nur leider etwas wenig Zeit hatten. Und wir hätten sie mit dem Ossi gemeinsam machen können.
Dann konnten wir uns Samstagvormittag an einem von 4 Workshops teilnehmen. Die
se gab es zu Themen wie “SV-Leitung / Schulsprecher”, “Rhetorik”, “Schulrecht” und “Öffentlichkeitsarbeit”. Da waren wir wieder Rosa/Ossi gemischt und ich habe in meinem Workshop zur SV-Leitung sehr viel gelernt. Das wird mir sicher viel helfen, denn schließlich muss ich als stellvertretender Schulsprecher der RLO auch SV Sitzungen vorbereiten und mit leiten. Dazu gehört, mit dem Schulleiter und/oder Lehrern zu reden, den Klassen- und Jahrgangssprechern komplizierte Sachverhalte wie z.B. das neue Modell für die Oberstufe nahe zu bringen und die Diskussion in der GSV zu moderieren, was nicht gerade leicht ist.
Zu guter letzt ging es um Projektmanagement. Wir haben das SMART (bzw. auf deutsch “SMERZ”) Vorgehen kennengelernt, wonach man bei der Projektorganisation vorgehen sollte. Allerdings hab ich die genaue Bedeutung der Buchstaben nicht mehr im Kopf… Wir haben dann GSV-Projekte, RLO-Projekte und was gerade so läuft auf Moderationskarten geschrieben und gesammelt. Daraus entstanden dann Projektgruppen im “open space” Modell. Meine “Rosa-Ossi-Kooperationsgruppe” hat sich dann am Nachmittag in der Projektzeit (leider ohne die Ossi-Leuts, die wieder in ihrem Seminar waren) über die 4 Projekte verständigt, die wir durchführen wollen. Das sind der Klassentausch, ein Fußballturnier mit zwei weiteren Schulen, ein Freundschaftskonzert und eine Fortsetzung des Schülerballs in einer anderen Form (Open-Air Konzert etc.). Die haben wir dann am Abend in kleiner Runde mit den Ossietzky Leuten besprochen und die stimmen da überein.
Daneben haben wir über die Meinungen der Schüler beider Schulen über die jeweils andere diskutiert, vor allem angesichts eines MORON-Artikels (Schülerzeitung des CvO) über unsere Schule, der sehr einseitig war. Allerdings steht für uns fest, dass, egal wer welche Vorurteile gegenüber der anderen Schule hat, wir diese beseitigen wollen und zwar langfristig, sodass Schüler beider Schulen vom Anfang ihrer Schulzeit am Gymnasium gar nicht in das “alte Schema” verfallen. Da steht einiges vor uns.
Sonntag gab es dann nochmals Zeit für die Projekte und am Mittag eine außerordentliche GSV Sitzung, die allerdings nur zum Vorstellen des neuen Modells der Oberstufe und zur Vorstellung der Projekte gedient hat, da wir nicht beschlussfähig waren (es waren ja nur 39 von 58 GSV-Mitgliedern auf der Fahrt).
Insgesamt war diese GSV Fahrt eine tolle Fahrt, die mir schon (um es mal übertreibend zu schreiben) etwas die Tränen in die Augen laufen lässt, schließlich war es das letzte Jahr mit dieser GSV für mich. Es ist toll, dass wir so nette und engagierte Klassen- und Jahrgangssprecher haben, die sich, so denke ich, nach dieser GSV Fahrt noch mehr einbringen werden, weil sie wissen, dass sie etwas tun müssen und können. Sie sollen nicht einfach nur zu den Sitzungen erscheinen und zuhören sondern mitmachen. Um das zu Erreichen habe ich die letzten eineinhalb Jahre sehr viel Kraft und Zeit in die GSV hineingesteckt.
Aber Schluss mit dem Abschiedsgeplänkel, es sind noch fünfeinhalb Monate bis ich nicht mehr Schüler der RLO bin, also ist noch Zeit!
Die Ossietzky Leute verdienen besondere Erwähnung; es ist einfach toll, dass wir mit euch zusammenarbeiten, denn ihr seid sehr nette und engagierte Leute, die den notwendigen Realismus für ihren

Job haben. Danke dass ich euch seit März letzten Jahres kenne!
PS.: Ach ja, da schreibt man einen Artikel mit einem tollen Titel und geht nicht mal drauf ein: Der Spruch kommt vom Samstagabend, wo wir gemeinsam mit unseren Begleitlehrern, darunter Hr. Jung in gemütlicher Runde gesungen haben. Und wenn er uns ins Bett schicken wollte, kam dieser Wortwitz “der Tag ist doch noch jung!”. Daher.

Anton, gsv
2009, Anton, Fahrt, gsv, Jung, Ossietzky, RLO, Rosa
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