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Neues vom Gendarmenmarkt

9. Juli 2009

In den letzten Wochen hatten wir als Studenten der HfM “Hanns Eisler” ja Vorlesungen draußen auf dem Gendarmenmarkt unter freiem Himmel, aber mangels guten Wetters wurden die Sitzgelegenheiten heute leider wieder abgebaut… ;)

Gendarmenmarkt

PS: Das war natürlich das Classic Open Air, das jährlich auf dem Gendarmenmarkt stattfindet :)
PPS: Sorry für die schlechte Qualität – Handy…
PPPS: Falls jetzt jemand denkt, er hätte mit dem Classic Open Air was verpasst – den kann ich beruhigen, dem ist höchstwahrscheinlich nicht so. Jedenfalls fand ich’s letztes Jahr, wo ich mir das angesehen hab, nicht übermäßig überzeugend…

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“Kennste den noch?”

7. Juli 2009

Zum folgenden Bildchen möchte ich die (einfache?) Frage stellen…: Wer ist das? :)

Mr. B.

Kleiner Tipp: Der steht in meinem Zimmer. Das war’s aber. Den Rest darf der geneigte Leser selbst herausfinden… Viel Spaß!

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Kaffeepause…

6. Juli 2009

… hatten die Autoren von AM BLOGgen nun lange genug. Finde ich.

Das Benefizkonzert “Alles, was wir mögen” vom letzten Freitag, dem 3. Juli, nahm für meinen Teil unheimlich viel Vorbereitungszeit in Anspruch, doch nun segeln wir entspannteren Epochen entgegen – bei mir werfen die Semesterferien ihre Schatten voraus, bei Peter sind das die Schulferien und bei Anton die Ferien-Ferien. Weder Schule noch Studium eben. Beneidenswert, diese jungen Leute heutzutage, nicht wahr? :)

Bis morgen also – der geneigte Leser darf sich ab sofort wieder auf spannende Beiträge freuen!

PS: Ich bitte zu beachten, dass ich nun gedenke, noch vor Mitternacht das Bett aufzusuchen. Falls jemand das in den kommenden 50 Jahren wieder einmal erlebt, darf er sich gern fühlen, als hätte er sechs Richtige in der Lotterie erwischt… Bona nox!

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In Kürze, Marcus , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Welch absurdes Schauspiel

22. Juni 2009

Nein, es geht heut nicht um absurdes Theater, sondern um ein Foto, was ich (leider in minderer Qualität, da mit meinem Handy gemacht) am Gendarmenmarkt vor wenigen Minuten schoss:

Gendarmenmarkt, Berlin, 22. Juni gegen 15.15 Uhr

Folgende Bemerkung möcht’ ich zu diesem Bildchen noch zum Besten geben:
1. Ja, das war wirklich vorhin.
2. Nein, der Himmel ist wirklich nicht photoshop-nachgedunkelt.
3. Ja, die Sonne hat wirklich geschienen.
4. Ja, wenige Minuten später brach – regentechnisch gesehen – tatsächlich die Hölle los. Man würde das vermutlich als “Wolkenbruch” bezeichnen?

Diesen Augenblick wollt’ ich nur mit der Welt teilen… auf dass der geneigte Lese sich dran erfreue!

Einen wunderschönen Tag wünsch ich noch :)

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Brandenburgische Sicherheit, Vol. 2

21. Juni 2009

Liebe Freunde des gepflegten “Weaner Schmarrrrns”,

gestern war ich mit großen Teilen der heimischen Familie zu einem Ausflug nach Potsdam unterwegs – man besuchte in und um das Schloss Belvedere auf dem Pfingstberg in Potsdam die Veranstaltung “Wiener Melange”, die im Rahmen der Potsdamer Musikfestspiele statt fand.

Nun war das alles ganz gut und schön, vielfältigste Musik mit Wiener Flair und natürlich, in den oberen Etagen der Schlossgemäuer, ein nettes Café mit Stehgeiger, der die Melodien aller mehr oder minder bekannten Strauß-Walzer (Preisfrage: Strauß jun. oder Strauß sen.? Bitte per Kommentar raten oder auf selbigem Wege durch Wissen beantworten! :) Wikipedia gilt nicht! ;) ) rauf und runter schrubbte. Ma könnt a soagn, nauf und nunter… ;)

Nun war der Herr Stehgeiger (der übrigens auffällig oft saß) aber nicht der einzige, der da oben herumstolzierte – neben den vielfältigen anwesenden, kurzatmig durch die Gegend rennenden, dennoch aber mit dem Besucheransturm vollkommen hoffnungslos überforderten Kellnerinnen patrouillierte ein einzelner stolzer Mitarbeiter des SECURITAS-Sicherheitsdienstes auf dem Schutzwall umher, um den Feind zu orten. Letzteres nehme ich – ich bin so frei – aus purer Naivität heraus an, denn er interessierte sich, ständig geradezu hysterisch durch die Gegend stierend, für alles was da auf und unter dem Tisch lag – und wehe, man berührte mit seiner Stuhlkante beim Aufsteh’n vom Kafferl einmal marginal die Schlossmauer – Grundgütiger! Die nächsten Minuten genoss man seine besondere Aufmerksamkeit und kassierte auch prompt eine Verwarnung.

Den Denkmalschutz in allen Ehren, meine Damen und Herren, habe die Ehre, aber in Sachen “Brandenburgischer Sicherheit” kann man sicher auch übertreiben.

Für alle, die sich nun wundern, dass eine (2) hinter dem Titel stand – hier gab’s den ersten Teil!

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Neues aus der Orchesterprobe, Vol. 2

16. Juni 2009

Wie versprochen: Heute noch einmal eine kleine Anekdote zum Herrn Maestro Klemperer! :)

“Zweite Klarinette – zu tief!”

- “Aber Herr Professor, der zweite Klarinettist ist heute gar nicht da!”

- “Dann sagen Sie’s ihm, wenn er wiederkommt.”

Dazu muss ich wohl nicht mehr viel sagen – außer vielleicht – immerhin beweist der Professor Klemperer selbst im Irrtum noch Größe.

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Neues aus der Orchesterprobe, Vol. 1

15. Juni 2009

Meinungskonsistenz bei Dirigenten ist ein bekanntes Problem. So wird man als Ensembleleiter manchmal damit konfrontiert, zu einer Stelle spontan eine andere Meinung zu haben als das letzte Mal.

“Schleppen Sie doch bitte hier nicht so!”

- “Aber Herr Professor, letztes Jahr sagten Sie, wir sollen an dieser Stelle ritardieren?!”

- “Sehen Sie, dann bin ich wohl inzwischen musikalischer geworden!”

Nur entstammt diese Szenerie nicht einer x-beliebigen Orchesterprobe mit Provinzorchester und 2. Kapellmeister, sondern angeblich (der Legende zufolge) einer Probe vom Maestro Otto Klemperer.

Klemperer, geboren 1885 in Breslau und gestorben 1971 in Zürich war einer “DER” großen Dirigenten des 20. Jahrhunderts. Was weniger über den alten Otto bekannt ist: Er komponierte auch – und brachte dabei unter vielem anderen 6 Symphonien, eine Messe und eine Oper (“Das Ziel”) hervor.

Mehr über Herrn Klemperer und seine typischen Sprüchlein gibt’s morgen, wenn es wieder heißt: “Neues aus der Orchesterprobe” :)

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Brandenburgische Sicherheit

31. Mai 2009

So sicher hab’ ich mich noch nie gefühlt:

Diese Szenerie findet man im Kirchturm der Beelitzer Kirche, wenn man die liebe Treppe hinauf zum Turm-Rundgang besteigt. Und das nicht nur einmal, sondern auf jeder Etage.

Sicherheitsstufe V

Sicherheitsstufe V

Man bekommt also mindestens fünf Mal gesagt, man möge in diesem Holztürmchen weder rauchen noch Lagerfeuer machen (was ja absolut nahe läge, was soll man im Kirchturm sonst auch tun) und, falls man es doch tut oder – viel wahrscheinlicher noch – einen Schwächefall oder sehr ähnliches erleidet, bitte die Telefonnummer 112 wählen. Wer die Nummer bis dahin nicht auswendig kannte: Einmal Kirchturm hoch und runter und man weiß sie. Ebenso weiß man dann, wie Feuerlöscher aussehen…

Was tut man in Beelitz nicht alles, damit sich die zahlreichen Kirchturm-Touristen sicher fühlen…

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Zeit, dass sich was dreht…

25. Mai 2009

…und wenn’s auch nur ein Teil eines Films ist.

Heute auf dem Gendarmenmarkt bot sich dem nichts ahnenden Vorbeilaufenden folgende Szene:

Filmdreh - Massenszene

Da fragt sich der Laie: Massenszene? Über eine groß aufgestellte Anlage schallten die Anweisungen der aktuell Regie führenden, die da im unscheinbaren grünen Oberteil (mit weißem Hut – wer sie entdeckt hat, kann sich für heute entspannt zurücklehnen und sich einbilden, er/sie hätte was erreicht :) ) über der Menge trohnt. Einzelne Leute wurden in die Lücken sortiert (ich zitiere die liebe Dame: “Da ist ein riesengroßes Loch in der Mitte! Er da im hellblauen, füll er das mal!”). So etwas muss man sich als Statist also anhören. Womöglich täglich. Na danke.

Massenszenen zu drehen scheint also doch nicht so einfach zu sein, wie’s im Film dann immer ausschaut. Für die Statisten nicht – und vor allem für die Filmemacher wohl auch nicht. Oder, Anton? :)

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Sag Hallo zu Onkel Scharfschütze!

24. Mai 2009

Nun feier(te)n wir ja am heutigen Tage dieses großartige Ereignis, das in aller Munde ist… natürlich geht es, wir erwarten es, um den Geburtstag des großen Komponisten Richard Wagner, der nachgefeiert wird – der eigentliche Geburtstag vom Richard ist der 22. Mai 1813, aber wie wir wissen, lässt es sich am Samstag besser feiern.

Doch geht es, wie der Titel ansatzweise vermuten lässt, nicht darum. Viel unbedeutender natürlich, gab es da noch den 60. Geburtstag unseres lieben Grundgesetzes

Wie der ahnungslose und mindestens genauso hilflose Student am Freitagmorgen, in meinem Falle gegen 10 Uhr, erfahren durfte, fand der offizielle Teil der Feierlichkeiten zum runden Geburtstag bereits an genau diesem Freitag statt – und das nicht irgendwo, sondern im und um das Konzerthaus am Gendarmenmarkt in Berlin.

Schon Tage zuvor rückten Polizistenscharen am Gendarmenmarkt an, ein paar Absperrzäune im Gepäck, die bereits locker aufgestellt wurden. Am Freitag wurde die Lage verschärft, indem die Lücken zwischen den Zaunteilen geschlossen und damit der gesamte Gendarmenmarkt abgeriegelt wurde. Nur ein einziges Portal an der Seite des deutschen Doms blieb offen, dort jedoch stand eine Mannschaft von Sicherheitspersonal, die an Geräten, die man sonst vom Flughafen kennt, auf die nächste Leibesvisitation lauerten.

Der Grund, wie ich später aus aktuell informierten Hochschulkreisen erfuhr: Frau Merkel und Herr Köhler sollten zu Besuch kommen.

Ich jedenfalls kam unter Inkaufnahme von Umwegen schließlich doch zur Hochschule und arbeitete mich (zu Fuß!) in die fünfte Etage vor, wo mein Seminar stattfinden sollte – Instrumentation, 3 Stunden, bis 13 Uhr – alles noch harmlos.

Es schloss sich eine Stunde Kompositionsunterricht an. Und jetzt wird’s gruselig. Mit meinem Lehrer zog ich in einen anderen Raum um, einen Raum, dessen Fenster dem Gendarmenmarkt zugewandt sind. In diesem konkreten Fall hieß das, man sah das Konzerthaus von hinten – das Dach des Konzerthauses, aus der 5. Etage.

Zunächst fiel es uns noch gar nicht auf – bis ein Professor von nebenan hereinschneite und uns auf das Schauspiel hinwies: Allein auf dem für uns sichtbaren Dachabschnitt hockten drei Gestalten, jeder in schwarz gekleidet, vollkommen vermummt, ein Fernglas um den Hals und – jetzt kommt’s – einem Scharfschützengewehr in den Händen.

Und als ob das noch nicht für den Schrecken des Tages ausgereicht hätte – wohlgemerkt, man konnte den Knaben direkt in die Augen sehen, denn sie saßen/hockten uns auf Augenhöhe gegenüber:
Mein Lehrer öffnete einmal das Fenster, denn die Luft im Raum war tatsächlich ganz schrecklich; sofort fuhr einer der Scharfschützen samt Gewehr in der Hand herum, mein Lehrer “der zielt auf uns!”, geht zügig vom Fenster weg und setzt sich friedlich wieder auf seinen Stuhl.

Der abschreckende Charakter der ganzen Veranstaltung wurde durch die schöne bayrische Blasmusik auf dem Platz auch nicht wesentlich gemildert…

Sicherlich ein besonders beruhigendes Gefühl, zu wissen, dass höchstwahrscheinlich einer der Onkels auf dem Konzerthaus nur dafür abgestellt ist, die Fassade der Hochschule zu überwachen. Besonders natürlich für die Lehrer, die das einen ganzen Tag aushalten mussten.

Fenster öffnen wird zur Mutprobe.

Nach dem Unterricht ging ich schließlich wieder hinunter auf die Straße – immer noch schallte die bayrische Blasmusik (die Kapelle war immerhin besser als die, die ich vor 2 Wochen am Brandenburger Tor ertragen musste) herüber – und ich schaute nach oben.

Tatsächlich sah man rein gar nichts: Weder das Aufblitzen einer Reflexion von Sonnenlicht in einem Fernglas, noch einen der netten Onkels auf dem Dach selbst…

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Aktuelle Anekdoten aus der Musikhochschule, Teil 2

12. Mai 2009

In der Hochschule erlebt bzw. sieht man schon so Sachen. Auch Erinnerungen an ältere Zeiten werden ab und an zu Tage gefördert…

Mendelssohn Klavierabend

Nun, dieses Zettelchen, das einem neben der Fahrstuhltür begrüßt, riecht ganz streng nach Nostalgie, denn – wie war das doch zur Zeit der Aufnahmeprüfungen? Da hingen doch diese Anmeldelisten für die Klavierprüfung: “Hong, Hong, Hong, Hong, Hong… Kim, Kim, Kim…” (Artikel auf AM BLOGgen von damals).

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Ein letztes Mal…

11. Mai 2009

… Fahrstuhl fahren!

Nun kommt am heutigen Tage der ahnungslose und (natürlich wie immer) unschuldige Student in die Hochschule für Musik “Hanns Eisler”, betritt das Gebäude der Hochschule, das sich hinter dem Konzerthaus am Gendarmenmarkt lokalisiert, und sucht den Weg in die 3. Etage.

Man gelangt zum Fahrstuhl, dem Gerät, das, so erinnert man sich gern, einen oft gerettet hat, wenn man 3 Minuten vor (bis 5 Minuten nach, alles ist drin) Unterrichtsbeginn in der Hochschule erscheint und der aufzusuchende Unterricht natürlich in der 5. Etage statt findet.

Nun ahnt man ja nichts böses, und doch begegnet einem an der Fahrstuhltür ein Zettel mit der folgenden Aufschrift:

Ab dem 12.05.2009 ist dieser Fahrstuhl längerfristig gesperrt.

Das Studentenhirn arbeitet, wie so oft, auf Hochtouren und ermittelt mit einigem Aufwand die schockierende Gewissheit: Das ist ja morgen!

In stiller Trauer fährt man im Folgenden mit dem Fahrstuhl, einem, wie es nun plötzlich scheint, guten alten Freund – war er doch vor wenigen Tagen noch die “dämliche alte Schrottkiste mit Eigenleben” (selbstverständlich nur ein winziger Auszug aus der Bezeichnungsvielfalt, die sich unter Studenten einbürgerte – ein Großteil derer ist der für den Online-Gebrauch üblichen Zensur zum Opfer gefallen, sollte man noch erwähnen).

Im Unterricht nun geben die Lehrer und Professoren Ratschläge, wie man mit diesem Problem umgehen könnte – “Also ich werde heute noch 20 Mal mit dem Ding hoch und runter fahren, denn das gibt’s ja ab morgen nicht mehr… das empfehle ich Ihnen natürlich auch!”

Andere Stimmen, ich vermute sie im Foyer, munkeln, dass ein Großteil der Hochschulbelegschaft, Lehrkörper sowie Studierende, im weiteren Verlauf des aktuellen Semesters wohl einiger Kilos ledig werden wird…

So viel also zu Abnehm-Tipps für den Sommeranfang! ;)

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Gut gepflegt…

10. Mai 2009

… ist definitiv etwas anderes.

Hier ein aktueller Bildausschnitt aus dem Kirchturm in Beelitz (bei Potsdam).

Orgelmotor-Wartung

Orgelmotor-Wartung

“Jährlich 2 mal” – das ‘jährlich’ können wir wohl streichen, dann stimmt’s ;)

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Soll das ein Witz sein?

4. Mai 2009

Nun, wie der geneigte Leser sich sicherlich zu erinnern vermag – Scherze gibt es zuweilen viele: gute und schlechte.

Ein schlechter Scherz beispielsweise entfuhr einem ahnungslosen Fluggast am heutigen Tage auf dem Erfurter Flughafen bei der Handgepäckkontrolle: “Schatz, jetzt finden sie deinen Sprengstoff” war der verhängnisvolle Satz. Der arme Fluggast konnte nicht verhindern, dass binnen weniger Sekunden die Bundespolizei alarmiert war und er mit seiner Frau fast den Flug verpasst hätte (da die Handtasche dann doch in Ordnung war, erreichten sie das Flugzeug wohl noch).

Ein für meine Begriffe guter Scherz findet sich jedoch in den papierlichen Niederschriften der gegenwärtigen Musikwissenschaft. So findet sich in “Die Musik in Geschichte und Gegenwart” (MGG), einer der größten Musik-Enzyklopädien weltweit, die – nebenbei bemerkt – in ihrer neueren Ausgabe einen zehnbändigen Sachteil mit über 1.500 Artikeln und einen siebzehnbändigen (!) Personenteil mit etwa 18.000 Artikeln enthält, ein Artikel über den Komponisten Otto Jägermeier.

Herr Jägermeier wurde 1870 in Ottobrunn geboren, sein Vater war berühmter Entomologe (Insektenforscher) und seine Mutter eine gefeierte Sopranistin, die ihrem hochbegabten Sohn auch den ersten Unterricht erteilte. Nach vorzeitigem Abitur studierte er und reiste nach Frankreich, um Debussy, Proust und Satie zu begegnen, in die Niederlande und nach Italien, wo er vergeblich ein Treffen mit Verdi suchte. Auch das absolute Gehör war ihm gegeben.

Im Werkverzeichnis des großen Komponisten Jägermeier finden sich Titel wie Das sterbende Schwein, eine Klavier-Rhapsodie, Jahre später als Der sterbende Schwan orchestriert, eine große symphonische Dichtung Psychosen und viele mehr; daneben auch Bearbeitungen, zum Beispiel die Fassung von Mozarts Oper Don Giovanni für die linke Hand am Klavier.

Jägermeier siedelte zwischen 1904 und 1907 nach Madagaskar über – das freiwillige Exil sollte ihm helfen, seine kurzfristige Schaffenskrise zu überwinden, was es auch tat: Es entstand auf madegassischem Boden unter tropischen Klima eine Vielzahl an Werken, darunter die Kanonischen Variationen über Themen aus Beethovens Wellingtons Sieg für großes Orchester und Maultrommel oder auch das Postludium “Stummer Frühling”, in das – Zitat – “gestimmte Autohupen (Es-Dur mit sixte ajoutée) als ökologisch-zivilisationskritische Mahnrufe hineintönen”.

Nun jedoch wird es tragisch: Bei der Überfahrt im Jahre 1933 nach Europa löste sich “die mangelhaft vertäute Schiffskiste mit seinen Manuskripten” und so ging “fast die gesamte madegassische Produktion [...] im Roten Meer unter” (entnommen aus dem Lexikon Komponisten der Gegenwart). Im selben Jahr erlag Jägermeier den Folgen eines Malaria-Anfalles.

Ein ganz schön schräger Typ, nicht wahr? Vor allem diese Werktitel…

Nun, heute, im Kontrapunkt-Unterricht in der Hochschule, wurde mir die diesbezügliche Erleuchtung quasi eingepflanzt: Otto Jägermeier, Zeitgenosse Richard Strauss’, der sogar die madegassische Nationalhymne schuf, existierte nie! Der gute Mann wurde wahrscheinlich von Autoren, Musikwissenschaftlern und/oder Verlegern erfunden – immerhin gibt es auch ein Musikinstitut “Otto Jägermeier” in Berlin, mit angeschlossenem Verlag (OJOT-Verlag), der es sich zur Aufgabe machte, das Gesamtwerk Jägermeiers herauszugeben.

Nach meiner Vorstellung wurden andere Komponisten beauftragt, im Namen von Jägermeier beispielsweise ein Streichquartett zu schreiben. Sowas macht sicherlich einen Riesenspaß – frei nach dem Motto: “Es gibt kein Schlagzeug-Sextett von Ligeti? Dann schreiben wir eben ein Schlagzeug-Sextett von Ligeti!”

Wer nun wirklich Vater der ganzen Geschichte ist, lässt sich unbefriedigenderweise nicht rekonstruieren (im Gegensatz zu Loriots Steinlaus beispielsweise, die sich auch in zahlreichen medizinischen Lexika findet). Konsens ist lediglich: Otto Jägermeier ist ein “Scherz alter, gediegener Musikwissenschaftler” (Oliver Buslau) :)

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Notenpapier for everything!

3. Mai 2009

Es wird mal wieder Zeit für eine ordentliche Schulreform in Berlin, eine, die dem Laien wie dem Fachmann so einleuchtend erscheint, dass darüber nicht erst hart diskutiert werden muss – wie wir es zuweilen beispielsweise mit dem Modell “Einheitsschule” erleb(t)en…

Mein Vorschlag daher: Eine Papier-Reform muss her!

Man überlege sich das – der arme Schüler hat nun schon mit Schulbüchern mehr als genug zu schleppen, da verlangt manch Lehrer auch noch verschiedene Papiersorten… Liniertes, kariertes Papier wird hier gefordert, und der ein oder andere Musiklehrer erdreistet sich auch noch, nach Notenpapier zu fragen.

An dieser Stelle käme der Kompromiss des Jahrhunderts ins Spiel: Für alle Aufgaben und Lebenslagen benutzen wir einfach Notenpapier!

Durch intensive persönliche Langzeiterfahrung kann ich guten Gewissens versprechen, dass damit alle Probleme gelöst sind, denn ich schreibe seit gut 2 Jahren ausschließlich auf meinem selbstgedruckten Notenpapier. Flexibel lässt es sich (solang die Notenlinien im richtigen Abstand gedruckt sind) sowohl als konventionelles Noten- als auch als liniertes Papier nutzen, führen wir noch senkrechte (hellere) Linien im richtigen Abstand ein, haben wir kariertes Papier.

Natürlich würde ich dem Land Berlin einen Exklusiv-Vertrag für das neue “Schulpapier” anbieten, das Land Berlin verteilt das über die Bezirke in die Schulen und die Schulen verkaufen es zu Schleuderpreisen (das Zeug wird natürlich vom Land subventioniert) an die begeisterten Schülermassen. Innerhalb von geschlagenen 1,5 Stunden nach Eintreffen der Lieferung sind die Papiermassen verkauft und der Ruf nach mehr wird laut…

Was sagt ihr dazu? Klingt doch prächtig, nicht wahr? :)

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