Warum das Englisch-Zentralabitur IMMER das selbe ist…
Im Ernst, was ist das denn für ein Zentralabitur? Heißt “Zentral” jetzt etwa, dass die Klausuren immer gleich sind?
Doch zunächst zum Tagesablauf: Ich habe heute meine Abiturprüfung im Englisch Leistungskurs geschrieben. Fünf Stunden soll man da in der Aula sitzen.
8.30 Uhr: Ca. 10 SchülerInnen sitzen vor verschlossener Aulatür und bereiten sich schweigend oder tratschend aufs Englisch Abitur vor, was in einer halben Stunde beginnen soll. Nebenher wird noch über das Deutsch-Abitur vom Freitag diskutiert. Ich packe meine Banane aus und esse erst einmal was. Frühstück ist schließlich schon eine knappe Stunde her. Kleine Schüler (geschätzt 7. Klasse) kommen schnaufend die Treppe hoch, im Arm jeweils einen Stapel einsprachiger Wörterbücher. Wir bedanken uns artig und schwelgen in Erinnerung an Zeiten, in denen wir Wörterbücher aus oder in den Keller getragen haben und und freuten, ein wenig Unterricht verpassen zu dürfen.
8.45 Uhr: Die Leistungskurslehrerinnen der beiden Englisch LKs, die ihre Prüfung in der Aula verbringen, kommen die Treppe hochgestapft und bringen noch mehr Wörterbücher. Die einzige Aussage, die man ihnen entlocken konnte, war die, dass die Aufgaben sie sehr verwundert hätten. Nun ja, mal gucken was der Tag so bringt.
8.58 Uhr: Der letzte Schüler betritt die Aula, somit sind aus unseren beiden Kursen alle da. Die SchülerInnen haben sich bereits auf den großen Aulatischen augebreitet: Stifte hier, Flasche da, Essenspaket von gesund bis süß da. Wir bekommen das Papier. Abgezählt, alles protokolliert, wer mehr will muss später fragen, wird auch protokolliert. Man muss am Ende nämlich alle wieder abgeben, ob beschrieben oder nicht.
9.00 Uhr: Wir bekommen die Aufgabenvorschläge ausgeteilt. Mein Kurs bekommt Nummer 2 und 4 (2: Laura Smith, 4: Caroline irgendwas), der andere 1 und 4. Man fängt an die Aufgaben zu überfliegen. Ich stelle fest: Wie zu erwarten: Beide Klausuren haben irgendwas mit Immigration, Identity und Globalisation zu tun (die Senatsverwaltung schreibt Globalisation immer noch falsch: mit “z”
)
9.15 Uhr: Ich habe beide Klausuren gelesen. Der ZEIT-Artikel ist ganz interessant, das Thema der Klausur aber nicht. Außerdem ist Vorschlag 4 mit einer Mediation (die des ZEIT-Artikels). Das führt dazu, dass man vier statt drei Aufgaben machen muss, jede Aufgaben zählt dann weniger. Das gefällt mir nicht. Das Summary nur 120 Wörter? Und es zählt nur 20%? Dann kurze analysis of structure and stylistic devices, 25%. Dann mediation des ZEIT-Artikels, der im Wesentlichen das Gleiche erzählt wie der englische Artikel, wieder 25%. Dann eine Diskussionsaufgabe, eigentlich die Aufgabe, bei der man vom Leder ziehen kann, zählt aber wieder nur 30%. Das ist doch nix Halbes nix Ganzes.
9.30 Uhr: Nach dem ersten kleinen Zwischenmahl (Müsli in Joghurt) entscheide ich mich für den Vorschlag Nummer 2.Ich gebe also Nummer 4 ab und beginne mit den Notizen zum summary.
10:20 Uhr: Ich bin mit der zweiten Fassung meines summarys fertig und schreibe sie extragroß auf das Abiturpapier, damit sich keiner über meine kleine Handschrift beschweren kann
10.30 Uhr: Ich beschließe, nun eine Pause zu machen, schließlich habe ich 30% hinter mir. Einmal für kleine Abiturienten aus der Aula raus (die Lehrerin notierte sich die Uhrzeit) und wieder zurück (und wieder Uhrzeit notiert).
10.45 Uhr: Ich beginne mit Aufgabe 2. Ich verzichte bei der analysis der Diagramme auf ein Konzept und schreibe sofort drauf los. Ich glaube, das merkt man beim Lesen der Klausur, ich hab öfter durchgestrichen.
11:45 Uhr: Ich glaube um diese Uhrzeit in etwa bin ich mit der 2. Aufgabe fertig. Wieder Pause. Brötchen essen, meine tolle Cadbury’s Fruit&Nut Schokoladentafel aufmachen. Auf Klo gehen, ich treffe einen Siebtklässler, den ich aus der GSV kenne und beantworte seine Frage “Wie läufts” knapp mit “gut”.
11:55 Uhr: Ich bin zurück in der Aula. Ich fange an, mir die 3 Wahlaufgaben durchzulesen, von denen ich eine nehmen muss. Sind alles Diskussionsaufgaben. Ich nehme 3C, ein Zitat aus dem Text, es geht darum “that mixed race people have become the acceptable face of the media”. Das Zitat sollte man diskutieren und Stellung dazu nehmen, insbesondere im Hinblick auf die 2008 Election Campaign und der folglichen Wahl Barack Obamas zum Präsidenten der Vereinigten Staaten. Gut, ich mach mir Gedanken darüber. Ich schreibe wieder Notizen auf meine nun mehr fast vollen Konzeptseiten.
12:30 Uhr: Ich denke an das Ende meiner Klausur. Allerdings fehlen noch ein paar Absätze. Mir fallen noch Sachen ein, ich male Sternchen und schreibe zwei Absätze, die ich in den Text reinquetsche. Bei *2 überlege ich erst nach dem Schreiben, wo ich das dann einschiebe. Ich stelle fest, dass ich erst nach der Mittagspause (Ende: 13.05 Uhr) fertig sein werde. Nun gut, ich auch egal, geht ja um mein Abi!
13:15 Uhr: Ich bin fertig mit der letzten Aufgabe. Ich zähle die Wörter, komme summa summarum auf 1250 Wörter, Mininum waren diese komischen 700 Wörter. Das hieße ja im Durchschnitt etwas mehr als 2 Wörter pro Minute! Das ist ja schon ne Herausforderung!
13:17 Uhr: Ich gebe meine Klausur ab. Der Aufsichtslehrer guckt mich an und fragt “Na, fällt dir nüscht mehr ein?” – “Nö.”
13:20 Uhr: Ich komme erleichtert aus dem Schulgebäude heraus und berichte einigen 12. Klässlerinnen vom Englisch Abitur und helfe bei Mathe. Was für eine Vorbereitung auf mein Mathe-Abitur morgen (Mittwoch).














Anton (20), bald Student in Mittweida und leidenschaftlicher Filmemacher, (derzeit unserer Fahne entflohen unter antonschubert.de), Peter (20), Mensch im Übergangsjahr und leidenschaftlicher Textmacher und Marcus (19), Kompositionsstudent und leidenschaftlicher Musikmacher, sind die Autoren dieses kleinen Blogs. Wir schreiben über alles, was uns interessiert, oder wovon wir denken, dass es euch interessieren könnte. Jeder ist herzlich eingeladen, nach Herzenslust zu kommentieren und/oder Beiträge anderer Art zu leisten. Wir freuen uns!
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