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Generation Praktikum und Spaß dabei

Hui, hier ist ja schon ewig nix mehr geschrieben worden. Bleibt wohl festzustellen, dass wir drei allerhand zu tun haben. Marcus bereitet sich auf Hochschuldinge vor, bei Peter steht das vierte Abitursemester ins Haus und ich bin an meinem neuen Praktikumsplatz.

Pünktlich zum neuen Jahr begann ich am 3. Januar mein Praktikum an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. In der Ton & Videoabteilung ist mein neues Zuhause, welches erfolgreich die RLO als mein zweites Heim abgelöst hat. Viele mögen es vielleicht kaum glauben, aber das ist tatsächlich so. Vater und Freundin zeigten sich schon nach wenigen Tagen sehr erstaunt.

Wie der Name schon sagt, ist die Abteilung für den Sound und jegliches Video an der Volksbühne, im Roten Salon und dem Prater zuständig. Ob Musikeinspieler, Microports in Tischen verbaut, Projektionsleinwände mit Videos oder Livekameras und Beschallung von Konzerten sind alles unser. Dafür arbeiten mehrere feste Angestellte, deren Aufgabenbereich (Ton oder Video) meist festgelegt ist und mehrere freie Mitarbeiter sowie ein Azubi und ich meist projektbezogen an den Stücken oder Musikbühnen mit. Das heißt, jedeR hat so seine Projekte bzw. Stücke, an denen er mitarbeitet, von Proben über die Premiere bis hin zum Gastspiel (manchmal). Dazwischen werden andere Veranstaltungen gefahren (wie z.B. die Musikbühne, Konzerte im Roten Salon oder im Prater) oder im Raum der Abteilung an Geräten und Kabeln gebastelt. Man findet immer etwas zu tun. Derzeit bin ich beim neusten Gob Squad Projekt “Revolution Now” eingeplant. Das ist ein größtenteils deutsch-englisches Kollektiv von Schauspielern und Regisseuren, die gemeinsam ein interaktives Stück erarbeiten. Im Programm heißt der Untertitel Eine Inszenierung unter realen Bedingungen. Interaktiv heißt bei Gob Squad hunderte Meter Kabel, Funkmikrofone, Kameras, Lautsprecher und Monitore nicht nur im Saal, sondern vor allem auf dem Rosa-Luxemburg-Platz. Derzeit wird noch im Balletsaal geprobt, sodass wir die Kabel über das Dach des Grünen Salons zur Vorderseite der Volksbühne legen mussten. Das meiste Equipment und auch die Umsetzung kommt von Gob Squad selbst. Technische Geräte auf dem Rosa-Luxemburg-Platz bedeutet, dass im Schichtwechsel jemand in der Nähe stehen muss und bekanntermaßen ist es derzeit nicht besonders warm in Berlin…

Dieser Fakt führt natürlich auch zu Problemen. Man muss Akkus und Batterien öfter wechseln und da einige Kabel draußen bleiben sind die Stecker manchmal voll Schnee. Aber immerhin gabs noch keinen Kurzschluss oder Totalausfall.

Zurück zur Abteilung Ton-Video an sich: Es ist ausstattungsmäßig eigentlich ein Traum, von unendlich vielen BNC-Kabeln bis zum Videomischer oder dem Mac Pro mit FinalCut Studio zum Videoschnitt. Im Großen Saal steht das volldigitale Cantus Mischpult mit Nexus Base Devices. Diese Analog-Digitalwandler sind überall verteilt und schicken die analogen Signale von Mikrofonen etc. über Glasfaser an das System im Stellwerk (der Raum hinter der Glasscheibe hinter dem Tonplatz, wo Video und Licht zu Hause sind). Am Cantuspult selbst kann man dann individuell für jedes Projekt und jeden der Tonleute die Signale routen. Beim Video läuft das Ganze etwas “analoger”. An diversen Stellen auf, neben und unter der Bühne, sowie im Saal und im Foyer sind “Versatzkästen”. Das sind schwarze Kästen, an denen man diverse Audio/Video/Stromanschlüsse hat: XLR, BNC, Speakon-Multicore, XLR-Multicore sowie Anschluss zum Tonstromkreis. Die Signale kann man dann am Mischpult bzw. im Stellwerk routen (bzw. “patchen”) und auf die Lautsprecher, Effektgeräte, Beamer, Videomischer usw. schicken. Das hat den großen Vorteil, dass die Kabelwege auf der Bühne kurz sind und man nicht immer Kilometerlang Kabel über die Bühne legen muss. Irgendwo (auch im Prater) findet man immer einen Versatzkasten, in welchen man sich einklinken kann.

Für mich also ein Paradies! Allerdings eines mit vielen versteckte Gängen und Räumen, die man alle erst einmal kennenlernen muss. Am Anfang war ich froh, wenn ich irgendwie wieder zurück in unser Lager kam. Mittlerweile komme ich mit Übung und Schlüssel schnell an die wichtigen Orte. Das lernt man schließlich ziemlich schnell. Dann weiß man, was der “30er Zug” (die Lichttraverse, die im Saal hängt), die “Z-Brücke” (die Brücke über den ersten Zuschauerreihen, wo Lautsprecher und viele Profilscheinwerfer sind) oder “das Ei” (ein Lagerraum von Ton-Video) sind und findet schnell hin. Denn die Volksbühne ist ein Haufen netter Leute, die einen schnell aufnimmt. Und tatsächlich: Ich habe gestern zum ersten Mal Kaffee in der Volksbühne gekocht! Das hat sonst unser Azubi gemacht ;)

Gob Squad Kameras vor der VB

Gob Squad Kameras vor der VB

Videolager

Videolager

Digitalpult

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Anton Anton, Technik, Volksbühne


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  1. max
    28. Januar 2010, 01:06 | #1

    Herzlichen Glückwunsch zu der Tatsache, dass du langsam loslässt…
    So ein ordentliches Lager hätte ich auch gerne! aber solange wir stühle, tische und technikkram in eins kriegen müssen, wird das wohl eher nichts.

  2. 28. Januar 2010, 01:11 | #2

    wir haben ja auch ein paar reihen lasentenlegale, fächerkästen, kisten, cases etc. in der 211, von daher ist das einfach kein vergleich zum aulalager…

  3. max
    28. Januar 2010, 23:41 | #3

    Ja aber trotzdem haben Stühle und Tische und Chortreppen (!) (auch wenn ich sie gerne aufbaue ;]) eigentlich nichts in einem TECHNIKlager zu suchen (Infinitivsatz!). Das sollte alles raus und dafür lastenregale, ne Werkbank (auch wenn es ein Lager ist, aber irgendwo muss ja gearbeitet werden), viiiiiiiel Werkzeug und der nicht verwendete AG Kram aus dem Keller da rein, dass wäre cool! (Dann bräuchten wir aber den Musikraum als Stuhl und Tischlager und das wird in diesem Leben nicht mehr passieren!… leider)

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