Grüße aus dem Sommerloch…
Hallo, werte Leserschaft,
wie gerne würde ich euch von spannenden, neuen, unglaublichen Dingen berichten, aber… es gibt einfach nichts derzeit.
Zwei der drei Autoren dieses Blogs sind derzeit im wohlverdienten Urlaub und der dritte müht sich gerade ab, einen halbwegs brauchbaren und unterhaltsamen Text zu gestalten.
Unterhaltsam war auch das, was die Blogosphäre in der vergangenen Woche produzierte, als sich Kai Gniffke, tagesschau-Chefredakteur und sein Freund Ulrich “Ulli” Deppendorf (bei den WDR-Mitternachtsspitzen heißt es dann immer “Ulli aus Deppendorf”…) öffentlich um Themen und deren Belange in der tagesschau in die Haare gekriegt haben. Das zeigt die Verzweiflung bei den Nachrichtenproduzenten, die vermutlich auch lieber mit der Badehose und einem alkoholischen Getränk entspannt im Liegestuhl am See säßen, als Neuigkeiten zu generieren, die gar keine sind. Vielleicht sollten sie mal bei RTL oder ProSieben nachfragen. Die Redakteure von “explosiv”, “punkt 12″ oder “taff” saugen sich in Akkordarbeit Themen ohne jegliche Relevanz aus den Fingern, die es trotzdem schaffen die Zuschauer halbwegs zu unterhalten und dementsprechend am weiterzappen zu hindern. Für die stellt auch das Sommerloch keinerlei größere Herausforderungen da. Frei nach Reinhard Mey gilt für sie: “Irgendein Depp mäht irgendwo immer.”. Und solange es noch Menschen gibt, die sich vor laufender Kamera zum Beispiel um die Wiese zoffen, ist die Welt in Ordnung.
Aber haben wir wirklich einen Nachrichtenmangel?! Ich glaube nicht. Vielleicht sollte man sich bei den seriösen Nachrichtensendungen einmal überlegen, die gute Sendezeit nicht mit Meldungen über Frau Schmidts Dienstwagen oder viel zu langen Sportberichten vergeuden, sondern lieber einmal bewusst das nachholen, was den Rest des Jahres im täglichen “Newsflash” auf der Strecke bleibt. Nämlich Reportagen. Reporter heißen nicht umsonst so. Warum sollte sich nicht etwa eine tagesschau mal überlegen, 5 Minuten Sendezeit für eine kleine Reportage beispielsweise über das Schicksal eines Waisenkindes in Afrika zu senden? Anhand dieser Problematisierung lassen sich, so behaupte ich, auch in 5 Minuten einige Probleme anschaulich erklären. Und das muss ja auch nicht heißen, dass es das dann war, nach dem Spielfilmblock könnten weitere Reportagen laufen, vor allem ausgedehntere. Diese Schwerpunktsetzung auf folgende Ereignisse in den 20-Uhr-Nachrichten praktiziert Sat1 bereits. Und das nicht ohne Erfolg. Warum sollten die Öffentlich-Rechtlichen sich also nicht trauen, auch in ihrer Sendung Schwerpunkte zu setzen?! Selbstverständlich nicht für ein nachfolgendes Volksmusik-”Event”, sondern für Themen von wahrhafter Belange, d.h. Themen, die dem Bildungsauftrag gerecht werden.
Das mag eine recht krude Vision sein, aber warum sollte eine tagesschau nicht den Mut haben, den Sprecher nach 2-3 Minuten wirklich wichtiger sagen Meldungen zu lassen: “Meine Damen und Herren, das waren die wirklich wichtigen Meldungen des Tages. Es gibt aber Prozesse auf der Welt, die geschehen über einen längeren Zeitraum als einen Tag. Diese Prozesse gilt es zu verstehen, weil wir ohne sie zu kennen die Nachrichten eines Tages nie hinterfragen werden. Und diese Prozesse sind auch heute/an diesem Tag passiert. Zum Beispiel in…”?!
Nunja. Dies werden uns die Herren Deppendorf und Gniffke sicherlich auch erklären können. Aber ich sähe meine 17,28 € GEZ-Gebühren pro Monat lieber in solche Dinge investiert, als in Sensationen die keine sind. Denn Show und Spektakel und Aufbauschung kann ich auch ohne Gebüren haben. Das ganze Jahr über, 5 Tage die Woche. Bei “explosiv”, ”punkt 12″ oder “taff”.

Anton (20), bald Student in Mittweida und leidenschaftlicher Filmemacher, (derzeit unserer Fahne entflohen unter antonschubert.de), Peter (20), Mensch im Übergangsjahr und leidenschaftlicher Textmacher und Marcus (19), Kompositionsstudent und leidenschaftlicher Musikmacher, sind die Autoren dieses kleinen Blogs. Wir schreiben über alles, was uns interessiert, oder wovon wir denken, dass es euch interessieren könnte. Jeder ist herzlich eingeladen, nach Herzenslust zu kommentieren und/oder Beiträge anderer Art zu leisten. Wir freuen uns!
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