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Archiv für Juni, 2009

Welch absurdes Schauspiel

22. Juni 2009

Nein, es geht heut nicht um absurdes Theater, sondern um ein Foto, was ich (leider in minderer Qualität, da mit meinem Handy gemacht) am Gendarmenmarkt vor wenigen Minuten schoss:

Gendarmenmarkt, Berlin, 22. Juni gegen 15.15 Uhr

Folgende Bemerkung möcht’ ich zu diesem Bildchen noch zum Besten geben:
1. Ja, das war wirklich vorhin.
2. Nein, der Himmel ist wirklich nicht photoshop-nachgedunkelt.
3. Ja, die Sonne hat wirklich geschienen.
4. Ja, wenige Minuten später brach – regentechnisch gesehen – tatsächlich die Hölle los. Man würde das vermutlich als “Wolkenbruch” bezeichnen?

Diesen Augenblick wollt’ ich nur mit der Welt teilen… auf dass der geneigte Lese sich dran erfreue!

Einen wunderschönen Tag wünsch ich noch :)

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Foto, Marcus , , , , , , , , , ,

Brandenburgische Sicherheit, Vol. 2

21. Juni 2009

Liebe Freunde des gepflegten “Weaner Schmarrrrns”,

gestern war ich mit großen Teilen der heimischen Familie zu einem Ausflug nach Potsdam unterwegs – man besuchte in und um das Schloss Belvedere auf dem Pfingstberg in Potsdam die Veranstaltung “Wiener Melange”, die im Rahmen der Potsdamer Musikfestspiele statt fand.

Nun war das alles ganz gut und schön, vielfältigste Musik mit Wiener Flair und natürlich, in den oberen Etagen der Schlossgemäuer, ein nettes Café mit Stehgeiger, der die Melodien aller mehr oder minder bekannten Strauß-Walzer (Preisfrage: Strauß jun. oder Strauß sen.? Bitte per Kommentar raten oder auf selbigem Wege durch Wissen beantworten! :) Wikipedia gilt nicht! ;) ) rauf und runter schrubbte. Ma könnt a soagn, nauf und nunter… ;)

Nun war der Herr Stehgeiger (der übrigens auffällig oft saß) aber nicht der einzige, der da oben herumstolzierte – neben den vielfältigen anwesenden, kurzatmig durch die Gegend rennenden, dennoch aber mit dem Besucheransturm vollkommen hoffnungslos überforderten Kellnerinnen patrouillierte ein einzelner stolzer Mitarbeiter des SECURITAS-Sicherheitsdienstes auf dem Schutzwall umher, um den Feind zu orten. Letzteres nehme ich – ich bin so frei – aus purer Naivität heraus an, denn er interessierte sich, ständig geradezu hysterisch durch die Gegend stierend, für alles was da auf und unter dem Tisch lag – und wehe, man berührte mit seiner Stuhlkante beim Aufsteh’n vom Kafferl einmal marginal die Schlossmauer – Grundgütiger! Die nächsten Minuten genoss man seine besondere Aufmerksamkeit und kassierte auch prompt eine Verwarnung.

Den Denkmalschutz in allen Ehren, meine Damen und Herren, habe die Ehre, aber in Sachen “Brandenburgischer Sicherheit” kann man sicher auch übertreiben.

Für alle, die sich nun wundern, dass eine (2) hinter dem Titel stand – hier gab’s den ersten Teil!

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Marcus , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Alles wird anders…

20. Juni 2009

Hallo, liebe Blogosphäre,

auch, wenn meine Präsenz anderes vermuten lässt: Ja, es gibt mich noch! ;)

Ein paar Dinge gibt es von meiner Seite zu vermelden:

Zum Ersten ist die Fußballsaison endlich beendet.  Ich habe jetzt endlich wieder Zeit für das Schreiben von Texten, für intensivere Auseinandersetzung mit Musik und sonstiges Engament. Ich hoffe, dass der geneigte AM BLOGgen – Leser über die Sommerpause endlich wieder Putschtipps etc. von meiner Seite bekommt. Aber das könnte klappen. Schließlich ist das Sommerloch nahe und die Ablenkungsgefahr ist sehr gering! ;)

Achso, im Übrigen. Nur der Vollständigkeit halber wollte ich erwähnt haben, dass ich im süßen Alter von 18 Jahren die Verdienstnadel meines Fußballkreises für meine Arbeit als Schiedsrichter und Trainer bekommen habe. Man kann das jetzt sehen, wie man mag, auch ich stehe dem durchaus gespalten gegenüber, da ich von Orden etc. prinzipiell eher weniger halte. Auf der anderen Seite ist es gut zu wissen, dass man Engagement noch zu schätzen weiß. Das abschließende Urteil mag sich der geneigte Leser selber machen.

Weiterhin wird sich in ein paar Wochen entscheiden, ob und wenn ja wie ich mich nächstes Schuljahr in der GSV engagieren werde. Hierzu sei nur vermeldet, dass derzeit noch alle Lösungen denkbar sind und ich es euch, liebe Leser, sicherlich als erstes wissen lassen werde, wenn eine Entscheidung feststeht. Hier gilt einfach: Abwarten! ;)

Forum Politicum "Klimawandel - Wie reagieren wir?"

Zwar werde ich im Herbst dieses Jahres meine Tätigkeit im Rahmen des Forum Politicum einstellen, jedoch sind es bis dahin im Idealfall noch 2 Veranstaltungen.

Die erste hiervon findet am 30.Juni 2009 um 19:00 Uhr im Lehrerzimmer der Rosa-Luxemburg-Oberschule statt. Die Frage lautet “Wie reagieren wir auf den Klimawandel?”. Unsere Referenten sind Lars Klinkmüller, seines Zeichens auf dem Sektor der regenerativen Energien tätig und Dorothee Dick von der Heinrich-Böll-Stiftung. Moderiert wird die Veranstaltung von Felix Szabó und meiner Wenigkeit, der Eintritt ist – wie immer beim Forum – selbstverständlich kostenlos!

Alles weitere bringt die Zeit, in Kürze werde ich mich auch mit aktuellen Entwicklungen im Wahlkampf beschäftigen!

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In Kürze, Peet, Politik , , , , , , , , , , , , , , ,

Neues aus der Orchesterprobe, Vol. 2

16. Juni 2009

Wie versprochen: Heute noch einmal eine kleine Anekdote zum Herrn Maestro Klemperer! :)

“Zweite Klarinette – zu tief!”

- “Aber Herr Professor, der zweite Klarinettist ist heute gar nicht da!”

- “Dann sagen Sie’s ihm, wenn er wiederkommt.”

Dazu muss ich wohl nicht mehr viel sagen – außer vielleicht – immerhin beweist der Professor Klemperer selbst im Irrtum noch Größe.

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Neues aus der Orchesterprobe, Vol. 1

15. Juni 2009

Meinungskonsistenz bei Dirigenten ist ein bekanntes Problem. So wird man als Ensembleleiter manchmal damit konfrontiert, zu einer Stelle spontan eine andere Meinung zu haben als das letzte Mal.

“Schleppen Sie doch bitte hier nicht so!”

- “Aber Herr Professor, letztes Jahr sagten Sie, wir sollen an dieser Stelle ritardieren?!”

- “Sehen Sie, dann bin ich wohl inzwischen musikalischer geworden!”

Nur entstammt diese Szenerie nicht einer x-beliebigen Orchesterprobe mit Provinzorchester und 2. Kapellmeister, sondern angeblich (der Legende zufolge) einer Probe vom Maestro Otto Klemperer.

Klemperer, geboren 1885 in Breslau und gestorben 1971 in Zürich war einer “DER” großen Dirigenten des 20. Jahrhunderts. Was weniger über den alten Otto bekannt ist: Er komponierte auch – und brachte dabei unter vielem anderen 6 Symphonien, eine Messe und eine Oper (“Das Ziel”) hervor.

Mehr über Herrn Klemperer und seine typischen Sprüchlein gibt’s morgen, wenn es wieder heißt: “Neues aus der Orchesterprobe” :)

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Marcus, Musik , , , , , , , , , , , , , , ,

Vorschlag: Neue Wahlzettel!

9. Juni 2009

Die Generalsekretäre und Parteichefs aller Parteien proklamieren immer “Inhalte” zählten. Aus “Inhalten” sind spätestens zur diesjährigen Europawahl eher “Sprüche” geworden. Die CDU waren “WIR in Europa”, die SPD redete lieber CDU, FDP und LINKE schlecht (anstatt sich zu profilieren und nebenbei die Grünen ‘vergaß’, was wohl eher zur Abwanderung der Wählerschaft zu statt von den Grünen beitrug) und die FDP… ach ja das war Silvana Koch-Mehrin. Die FDP setzte also auf das Bild. Die anderen Parteien können sich das wohl nicht leisten, die SPD animierte lieber. Und die

FDP Plakat 2009

Grünen machten “wuMS!” – ‘Politik mit Geräusch’, wie ZDF Toll kommentierte und glatt noch “Zack!” (Zukunft & Arbeit, Clever & Kompetent) oder “Peng!” (Perspektive & Engagement, Natürlich & Gewissenhaft) hinzufügte.

Da liegt es doch fast nahe, auf den Wahlzetteln gar nicht mehr über Parteien und irgendwelche langweiligen Kandidatenlisten abzustimmen sondern einfach über die Sprüche:

SIE HABEN EINE STIMME (x) :

1. WIR in Europa (für alten Politikkenner vllt. in schwarz geschrieben)

2. wuMS! (in grün)

3. keine Mindestlohn-Gegner, keine Finanzhaie, keine heiße Luft! (in rot)

4. [Foto Silvana Koch-Mehrin] (in gelb)

5. Gegen den Rest! (nun ja, in den Meinungsumfragen sind sie ja immer lila, aber das ist ja den Violetten vorbehalten… hmm… vielleicht tiefrot, aber bitte nicht braun!)

usw.

Ach ja, und dass das ne Europawahl war, braucht man ja auch nicht mehr darüberschreiben. Hat weder die meisten Parteien, noch die Wähler interessiert.

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Anton, Politik

Die lange Wahl…

8. Juni 2009
94 Zentimeter!

94 Zentimeter!

Wie Peter schon schrieb, hatten knapp dreiviertel der Deutschen die Wahl, knapp 42 gingen hin. Man hatte aber auch eine lange Wahl vor sich. Nicht zeitlich gesehen, sondern wenn man sich die Länge des Wahlzettels anschaut: 94 Zentimer misst der Wahlzettel zur Europawahl 2009, 26 Parteien und politische Vereinigungen standen drauf. Angefangen wie eh und je mit der CDU, dann kamen die Grünen. Moment, die Grünen als zweites auf dem Wahlzettel? Nun, das rührt daher, dass die Wahlzettel immer die Ergebnisse der Parteien in dem Bundesland bei der letzten gleichen Wahl berücksichtigt. Und schon bei der Europawahl 2004 kamen die Grünen auf Platz 2 in Berlin. Deshalb so weit oben.

Da ich nicht genau wusste, ob ich Sonntag bis 18 Uhr in Berlin sein werde, entschloss ich mich Donnerstag kurzerhand zur “Briefwahl”. Briefwahl muss nicht heißen, dass irgendwas per Post verschickt wird. Man kann auch einfach ins Briefwahllokal im lokalen Rathaus gehen, seinen Antrag zur Briefwahl ausfüllen und sich die Stimmzettel abholen. Dann geht man wählen. Das darf der mündige Bürger überall – nur nicht im Briefwahllokal außerhalb der Kabine. Also ab in einer der drei Klapp-Aufsteller-Wahlkabinen und schnell Kreuzchen machen.

Nach eingehender Begutachtung des ca. drei A4-Seiten messenden, auf schönem grauen Öko-Papier gedruckte Wahlzettel machte ich mein Kreuzchen und war zunächst mit der Aufgabe konfrontiert, diesen Zettel wieder zusammenzufalten, wie ich ihn bekommen hatte – also knapp drei Mal. Und als wenn  das nicht genug wäre, musste man den Zettel ein weiteres Mal falten, um ihn einigermaßen in den blauen Stimmzettelumschlag zu bekommen. Das passte immer noch nicht ganz, der Umschlag ging knapp zu. Einmal anlecken, zuhalten, fertig. Ach nee, noch die “Erklärung von Eides statt” dass man selbst derjenige war, der wählt und blauer Umschlag und die Erklärung zusammen in den roten Umschlag, den Wahlumschlag. Wieder anlecken, zukleben, fertig. Ab in die Wahlurne.

Und für die, die sich grad fragen, ob sie vielleicht was falsch gemacht haben: Auf der Rückseite des Wahlzettel stand nichts. Keine Angst ;)

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Anton, Politik , , , , ,

Die schöne EU-Wahl

8. Juni 2009

Jaaaaaa, es war mal wieder so weit:

Das Volk hat gewählt. Doch halt?! Das ganze Volk? Nein! Nur 42,5 % der wahlberechtigten Bevölkerung. Diese wiederum waren nur 72,5 % der gesamten in Deutschland lebenden Bevölkerung. Ein bisschen schwach also.

Man kann also sagen, dass Pofalla, Müntefering und Co. gründlichst versagt haben. Europa den Bürgern schmackhaft zu machen ist offensichtlich keiner Partei überragend gelungen. Vielmehr wurde es zu einer Wahl der Watschen für die Regierungsparteien.

Natürlich hat die CDU/CSU “”noch”" rund 38 % errungen, allerdings nur dank eines – wie soll ich sagen – wiedererstarkten bayerischen Nationalbewusstseins und den damit zusammenhängenden rund 8 %, die die CSU zu diesem Ergebnis beigetragen hat. Die CDU hat dementsprechend nur rund 30 % errungen, ein schlechteres Ergebnis als die SPD bei der Bundestagswahl 2005 (34,2 %). Auch Frau Merkel sollte sich Sorgen machen. Sie – so muss man sagen – konnte den inhaltslosen Wahlkampf der CDU (die üblichen Pseudo-Forderungen à la Bürokratieabbau etc.) zwar erfolgreich überstrahlen. Aber auf lange Frist gesehen wird dies auch nicht ausreichen können. Zumal sich eh die Frage stellt, was ihr Konterfei mit der Europapolitik der CDU zu tun hat.

Nicht viel besser steht es um die SPD. Mit rund 21 % muss man ein paar Monate vor der Europawahl von einem desolaten Ergebnis sprechen. Auch nicht weiter verwunderlich. Eine Kampagne, die ausschließlich zeigt, wie schlecht die anderen sind und nicht zeigt, was einen selber denn bitteschön besser macht liefert dem Wähler mehr Fragen über den geistigen Zustand in der SPD-Führung als Antworten über die Europapolitik ebenjener SPD. Mit einer Besserung ist nicht zu rechnen, zumal auch keine aufstrebenden Jung-Politiker mit Potenzial dieser Partei anhängen, man also nicht auf einen Obama-ähnlichen Wahlkampf hoffen kann. Ich habe mit vielen SPD-Stammwählern gesprochen, die der SPD noch 2005 ihr Vertrauen geschenkt haben – viele von ihnen fühlten sich spätestens durch diesen Wahlkampf verprellt und haben sichbewusst gegen diese Partei entschieden.

Guido Westerwelle und die ihm anhängige Dekoration FDP liegt wohl im Aufwind  - allerdings ist er weit von den zwischenzeitlichen Hochs (18 %) entfernt (jetzt rund 10 %). Offensichtlich kommt die Selbstinszenierung nicht mehr so gut an wie die engagierte Phase der FDP im Frühling. Der Trend jedenfalls zeigt nach unten und die FDP sollte sich noch nicht als sicherer Berliner Koalitionär wähnen.

Die Linke erhoffte sich viel – mietete sogar das Kesselhaus in der Kulturbrauerei – konnte aber ihrer Erwartungen nicht erfüllt sehen. Statt eines zweistelligen Ergebnisses kamen am Ende rund 8 % der Wählerstimmen herum. Das mag auch am Spitzenkandidaten Lothar Bisky liegen, der eher im Verdacht steht, im EU-Parlament geordnet seinen Ruhestand einzuleiten, als mit Elan und jugendlicher Frische für linke Ideen zu kämpfen. Dennoch konnte sie vor der Landtagswahl im Herbst immerhin in Brandenburg als eines von zwei nicht-CDU-dominierten Bundesländern gewinnen (Das andere Bundesland war Bremen, wo sich die SPD durchsetzte).

Bliebe als letzes wuMS! – die Grünen. Der Wahlslogan ist für ein besseres Ergebnis sicherlich nicht geeignet, verstanden doch viele ältere Wähler die Botschaft dahinter nicht und fühlten sich abgestoßen. Die Ideen scheinen im Allgemeinen zwar im Trend zu liegen, jedoch fehlte es auch hier an einem jungen, elanvollen Spitzenkandidaten. Wenn Reinhard Bütikhofer etwas von “Green New Deal” in seiner liebenswürdig murmelnden Weise erzählt, kauft man ihm das irgendwie nicht ab. Vielleicht sollte man hier doch das Riskiko eingehen und den jungen Hoffnungsträger Cem Özdemir – vielleicht sogar im Tandem mit Tarek Al-Wazir – als Zugpferde für eine glaubwürdige grüne Politik einspannen.

Näheres werden wir bald sehen, auch hier auf AM BLOGgen werden Anton und ich vermutlich des Öfteren  den Bundestagswahlkampf kommentieren, je näher die Bundestagswahl 27.09.2009 rückt.

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Peet

Barack schüttelt nicht jede Hand

6. Juni 2009

Viele träumen davon, dem amerikanischen Präsidenten Barack Obama einmal die Hand zu schütteln. Manche haben Glück, andere nicht.
So geschehen heute bei Obamas Besuch in Dresden. Beim Hinausgehen aus der Frauenkirche denkt die Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass er ihr die Hand schütteln wird und hält ihre Hand hin – schüttelt jedoch ins Leere.
Anders hingegen in Großbritannien: Als Obama und der Premierminister Gordon Brown beim G20 Gipfel in die 10 Downing Street laufen, schüttelt Obama dem Polizisten vor der Tür im Vorbeigehen die Hand. Dieser hält danach auch dem vorbeikommenden Gordon Brown die Hand hin – und schüttelt ins Leere.
Nun ja, ob man derzeit dem Premierminister die Hand schütteln möchte, ist fraglich. Höchstens zum Dank nach einem Rücktritt.

Obama in 10 Downing Street. Quelle: BBC

Obama und Merkel in Dresden. Quelle: tagesschau

Obama mit Gordon Brown in 10 Downing Street. Quelle: BBC

Obama mit Gordon Brown in 10 Downing Street. Quelle: BBC

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Anton, Medien , , , , , ,

Einmal neu mischen, bitte!

5. Juni 2009

Alle reden von der Europawahl. Gut, ich werde demnächst noch einen Artikel dazu schreiben, aber nebenbei gibt es in Europa Länder, die besseres zu tun haben. Zum Beispiel das Vereinigte Königreich.

Dort wird zwar diese Woche auch das Europäische Parlament gewählt, aber wie wir wissen, haben es die Briten eher ein gespaltenes Verhältnis zur Gemeinschaft. Das viel wichtigere sind die Local Elections, die Kommunalwahlen in 34 Gemeinden des Landes. Das sind gar nicht mal so viele, aber dennoch werden sie ein Stimmungsbarometer für die Politiker auf der Insel sein. BBC News berichtet live von den Auszählungen als seien es die Parlamentswahlen und man hört immer das Gleiche: “massive loss for Labour”, “Conservatives up”, “Lib Dems take xx council”. Labour ist derzeit offiziell Regierungspartei im Unterhaus, die Conservatives und die Liberal Democrats (“Lib Dems”) die Opposition. Die anderen Parteien spielen eigentlich keine Rolle (außer in Schottland, Wales und Northern Ireland). Großbritannien wird derzeit vielmehr von einer Regierung Gordon Brown regiert, die derzeit bei um die zwanzig Prozent in Umfragen liegt.

Karte mit den Kommunalwahlergebnissen

Blau steht für die Conservatives, schwarz für keine Mehrheit für niemanden, grau für "wurde nicht gewählt". Man sieht deutlich den Absturz von Labour (Tabelle rechts). Quelle: guardian.co.uk

Es ist zu erwarten, dass Labour dritt- oder sogar viertstärkste Kraft bei der Europawahl in Großbritannien landen wird. Überall hört man Forderungen nach Neuwahlen, die von Gordon Brown jedoch gerne überhört werden. Dabei ist er ja an sich kein gewählter Premierminister, er profitierte vom Rücktritt Tony Blairs im Juni 2007, ohne dass es Neuwahlen gab.Damals änderte Brown natürlich Tony Blairs Kabinett, einige “Blairites” (also feste Blair-Leute) wurden aussortiert oder bekamen andere Ministerposten.

Nun hört man in diesen Tagen sogar in den deutschen Nachrichten vermehrt von der britischen Regierungskrise. Angefangen hat es mit dem “expenses scandal”. Abgeordnete aller Parteien, nicht nur Labour, haben alle möglichen Ausgaben als notwendige Arbeitsausgaben für ihren Zweitwohnsitz in London deklariert und zig Pfünde eingesackt. So wurden Klopapier für £2, Entenhäuschen für £1000 und Pornofilme für den Ehemann der Innen

ministerin Jaqui Smith als notwendige Ausgaben deklariert. Über diesen Skandal sind viele Abgeordnete und sogar Minister und der Vorsteher des Unterhauses (Speaker) gestürzt, traten zurück, treten bei der nächsten Wahl nicht mehr an oder dürfen nicht mehr kandidieren. Dieser Skandal wurde nur Schritt für Schritt über Zeitungen aufgedeckt, sodass die Briten nur noch sehr wenig Vertrauen in ihre Politiker haben.

Nun wird das Ganze eine Regierungskrise für den Premierminister. Man redet allgemein schon davon, dass die Ratten das sinkende Schiff verlassen. Das geschieht in Form von Rücktritten mehrerer Minister (bisher vier): Jaqui Smith (Innenministerin), James Purnell (Arbeits- und Rentenminister), Hazel Blears (Gemeindeministerin) und heute habe noch John Hutton (Verteidigungsminister). Wobei letzterer behauptet, das hätte nichts mit Gordon Bron zu tun, sondern seinem persönlichen Wunsch, bei der nächsten Wahl nicht mehr anzutreten.

James Purnel packte bei seinem Rücktritt gestern noch einen drauf: Er forderte Gordon Brown in einem öffentlichen Brief auf, zurückzutreten, “for the sake of Labour”. Diese Aktion bestimmte die heutigen Schlagzeilgen und BBC News berichtet seit heute morgen ununterbrochen über das “cabinet reshuffle” und die Kommunalwahlen.

Heute morgen ging das Spiel dann los: Von “reshuffle” ist die Rede. Man mischt das Kabinett ordentlich durch und hofft, dass was Gute bei raus kommt, was das Wahlvolk mag. Nun ja, bei den Umfragewerten derzeit… Aber das funktioniert dann so: Der Gesundheitsminister wird Innenminister, die Finanzstaatssekretärin wird Arbeitsministerin, der Finanzminister darf in 11 Downing Street wohnen bleiben, ebenso bleiben der Justizminister und der Außenminister. Derzeit fragt man sich noch, wer Verteidigungsminister und wer Gesundheitsminister wird. Es bleibt spannend auf der Insel…

Aktualisierung: Wäre jetzt eine General Election (Unterhauswahl), dann kämen die Conservatives auf 38%, die Lib Dems auf 28% und Labour auf 23% kommen. Verdammt wenig für eine Partei, die derzeit mir absoluter Mehrheit der Sitze im Parlament regiert (wobei dafür auch 35% der absoluten Stimmen ausreichen. Das liegt am first-past-the-post-System Großbritanniens, wonach es nur Direktmandate in den Wahlbezirken gibt. Wer die meisten Stimmen in einem Wahlbezirk bekommt, ist gewählt, und 35% können locker die Mehrheit sein. Labour kommt derzeit auf  über 50% der Sitze im House of Commons.)

Aktualisierung 2: Ein Teil der freien Ministerposten wurde verteilt. Bleibt nur die Frage, ob noch mehr Minister (UK: “Secretaries”) das Schiff verlassen. Die nächsten Wahlen müssen spätestens 2010 stattfinden, diese Zeit wird Gordon Brown sicher noch nutzen, da Labour derzeit desaströs abschneiden würde.)

Aktualisierung 3: Inzwischen ist ein fünfter Minister zurückgetreten. Damit haben acht Regierungsmitglieder Gordon Brown innerhalb von 5Tagen verlassen.

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