Einführung in die Putschtechnik des 21. Jahrhunderts – Vorsicht, Satire!
So, nachdem mich der liebe Marcus drum gebeten hat, konnte ich natürlich nicht nein sagen und mache hier mal den Gastreferenten…
Den Titel meiner kleinen Serie könnt ihr oben sehen, ob ich es täglich schaffen werde, die Vortragsreihe auszubauen, weiß ich nicht, aber es werden auf jeden Fall mehr als 4 Beiträge! Ja, dann würd ich sagen, legen wir doch glatt mal los, oder?! Also:
Heute: Grundlagenwissen
Der Putsch ist bis zum heutigen Tage eine der beliebtesten Techniken zum Machtgewinn und wird bis heute wegen seiner Eindeutigkeit nicht nur in Fachkreisen geschätzt. Vor allem aber besticht der Putsch durch die unübertreffliche Schnelligkeit und Radikalität, wie sie in demokratischen Prozessen niemals erreichbar wären, in der gesellschaftliche Verhältnisse verändert werden können. Grundbedingung für einen erfolgreichen Putsch ist daher eine Grundmenge an unzufriedener Bevölkerung – gerne auch Minderheiten – die diesen Umsturz mit trägt oder gar selbst organisiert. Ein weiteres wichtiges Element für eine funktionierenden Putsch ist ebenso die ausreichende Existenz von so genannten ‚Mitläufern’, wobei die Zahl der Mitläufer über die Intensität der Gewaltanwendung in einem gewissen Maße beeinflusst werden kann.
Das 21. Jahrhundert hat bislang 8 anerkannte Staatsstreiche erlebt, wobei in 2 Ländern sogar 2 Putsche veranstaltet wurden, sprich die Veranstaltung wegen des großen Erfolges wiederholt wurde. Bislang fokussieren sich die Putschbestrebungen in diesem Jahrhundert auf so genannte ‚Entwicklungsländer’, wobei mittel- und langfristig auch wieder das ein oder andere Putsch-Event in größeren Staaten zu erwarten ist, vornehmlich in Mittelasien, Südamerika, Südostasien und – je nach Wirtschaftslage – mit ein wenig Glück auch wieder die Rückkehr des Putsches zu seinen Wurzeln, nach Europa, erwartet werden kann. Vorraussetzung hierfür wäre allerdings ein günstiger Ausgang potentieller Putsche in zum Beispiel Pakistan, dem Iran, Indien oder Nordkorea, ein ungünstiger Ausgang würde uns nicht mehr in den Genuss des Putsch-Comebacks in Europa kommen lassen…
Und beim nächsten Mal: Basic-Tools für den erfolgreichen Putsch

Anton (20), bald Student in Mittweida und leidenschaftlicher Filmemacher, (derzeit unserer Fahne entflohen unter antonschubert.de), Peter (20), Mensch im Übergangsjahr und leidenschaftlicher Textmacher und Marcus (19), Kompositionsstudent und leidenschaftlicher Musikmacher, sind die Autoren dieses kleinen Blogs. Wir schreiben über alles, was uns interessiert, oder wovon wir denken, dass es euch interessieren könnte. Jeder ist herzlich eingeladen, nach Herzenslust zu kommentieren und/oder Beiträge anderer Art zu leisten. Wir freuen uns!
Kritik aus dem wissenschaftlichen Lager! …. Die Grundmengentheorie gilt vielleicht für prä-revolutionäre Gruppen, die aber eben auf eine Revolution, nicht aber auf einen Putsch hinarbeiten. Für den Putsch selbst brauch es nur sehr wenig Menschen, vorzugsweise sind sie sogar Teil der herrschenden Elite, die aber, juristisch gesehen, auf die eine oder andere Weise die Staatsgewalt ausüben.
Die Revolution ist im übrigen eine Unterform des Putsches, die außer der Staatsgewalt halt auch eine “kritische Masse” (= Grundmengentheorie) im Staatsvolk benötigt.
Aber, sehr verehrter Kollege, ich bin gespannt auf Ihren nächsten fachlichen Beitrag.
Es verbleibt mit kollegialen Grüßen,
Prof. Hans J. – Lehrstuhl für angewandte Regierungsbeteiligungsbeschaffungsmaßnahmen
Sehr gut aufgepasst, Kollege, allerdings plante ich hier noch nicht in Details einzugehen, pseudo-revolutionäre Phänomene stehen später auf der Vortragsliste!
Ich mühte mich, die Tatsache der Minderheiten einzubeziehen, es scheint jedoch, als sei mir nicht ausreichend gelungen, dieser Tatsache Rechnung zu tragen. Im Übrigen haben Sie aus meiner Sicht – natürlich von der juristischen Formulierung einwandfrei – potentiellen Putschgruppierungen nicht ausreichend Rechnung getragen. Es müssen keine Eliten sein und es muss nicht zwangsweise Macht bereits vorhanden sein (auch hierzu später mehr), es ist lediglich ein Zugangspunkt zu Macht (Medien, Militär, Politik oder aber z.B. auch leicht beeinflussbaren Menschen[mengen]) von Nöten. Da ich aber nicht gewillt bin, eine große Diskussion über den Elitebegriff aufzumachen, kann ich in diesem Fall auch ihre Argumentation als richtig akzeptieren.
Ich würde mich über eine aufmerksame Verfolgung der Reihe Ihrerseits sehr freuen!
Aber durch den “Zugangspunkt” üben sie doch schon tatsächliche Gewalt aus. Ich bin mir bewusst darüber, dass es nicht immer die Eliten sind, darum habe ich den Teilsatz mit “vorzugsweise” begonnen.
Vielleicht sollten Sie den Elitebegriff aber tatsächlich noch an anderer Stelle ausführlich diskutieren, gerne kann ich Ihnen dabei auch behilflich sein!
Es verbleibt mit kollegialen Grüßen,
Prof. Hans J. – Lehrstuhl für angewandte Regierungsbeteiligungsbeschaffungsmaßnahmen