Archiv

Archiv für Februar, 2009

Das Spieglein (er)kennt die Oyster Card…

27. Februar 2009

Oh ja, richtig gehört/gelesen!

Der frisch aus Frankreich importierte mir:ror (RFID-Lesegerät) fragt mich, sobald ich die Oyster-Card, die Anton mir zu diesem Zwecke geliehen hatte, an ihm vorbeiführe, mit welcher Applikation bzw. mit welchen Applikationen ich diesen RFID-Chip verknüpfen möchte…

Ich bin mal wieder begeistert… :)

1 people like this post.

Post to Twitter

  • Share/Bookmark

Marcus, Technik , , , , , , , , ,

Schöne Grüße vom Hasen (:

26. Februar 2009
ztamp:s

Die Hasen (nano:ztags), die ztamp:s und der mir:ror sind da!

Und sie arbeiten auch schon fleißig – zur späten Stunde nur ein kurzer Hinweis auf die ersten Ergebnisse: Mein Computer liest mir bei Kontakt mit einem Hasen das Wetter von morgen bzw. die neuesten Nachrichten-Headlines von Spiegel Online (wahlweise auch Tagesschau) vor. Meine Kaffeetasse schreibt auf Twitter, dass ich Kaffee trinke (zu begutachten auf meinem Twitter).

Ich bin ehrlich begeistert – und weitere Beobachtungen & Erfahrungen gibt’s in den nächsten Tagen.

Good night, everyone :)

1 people like this post.

Post to Twitter

  • Share/Bookmark

Marcus, Technik , , , , , , , , , , ,

Warten auf den Hasen…

25. Februar 2009
mir:ror, nano:ztags & ztamp:s Nabaztag:tag und nano:ztag ztamp:s

ztamp:s nennen sie sich, mir:ror und nano:ztags.

Hinter diesen kryptischen Begriffen verbergen sich allein kleine lustige Geräte, die die Technologie RFID benutzen. RFID, Abkürzung für Radio Frequency Identification, zu Deutsch “Identifizierung durch elektromagnetische Wellen“. Konkret äußert sich das in kleinen Aufklebern mit RFID-Chips (das sind die ztamp:s) und einem Lesegerät, das die Signale der Chips empfängt (das ist der mir:ror, ein kleiner Teller mit integriertem RFID-Leser). Zusätzliche Geräte sind die sehr speziellen Hasen: Nabaztag:tag, ein großer Hase, der die Funktion des mir:rors komplett ersetzt und selbst sprechen kann (Emails vorlesen, Wetter ansagen, Webseiten vorlesen…) und die kleinen nano:ztags, die beim mir:ror mitgeliefert werden und vermutlich den Empfangsbereich etwas erweitern (oder einfach nur kleine Spielzeughasen sind? – man wird sehen).

Die ztamp:s kann ich nun an jedes beliebige Objekt – zum Beispiel meine Kaffeetasse – heften und Aktionen programmieren, die für den Fall des Kontakts mit dem mir:ror ausgeführt werden. Zum Beispiel werde ich meinen Kaffeetassen-Chip so programmieren können, dass er jedes Mal, wenn er am Lesegerät vorbeigeführt wird, eine Nachricht bei Twitter hinterlässt – “Um 10:08 Uhr trinkt Marcus einen Schluck Espresso.”

Nun, schönes Spielzeug, nicht wahr?

In den nächsten Tagen werdet ihr mehr wissen – einfach auf Twitter schauen oder hier meinen Erfahrungsbericht abwarten… :)

1 people like this post.

Post to Twitter

  • Share/Bookmark

Marcus, Technik , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

“You’re online” – “Oh thanks, didn’t notice^^”

24. Februar 2009

Jedes dieser ganzen tollen Betriebssystem für Computer spuckt auch mal Fehlermeldungen aus. Da mag Windows vielleicht Spitzenreiter in überflüssigen Hinweisen sein (“Ein Stecker wurde eingesteckt” wenn man einen Kopfhörer anschließt) aber mein MacOS X 10.5 spuckt auch ab und zu mal lustige Sachen aus, so auch heute, als ich eine sich im Internet befindliche WMV-Datei (ja, die gibt’s noch) mit dem Flip4Mac PlugIn abspielen wollte:

 

Fehlermeldung von QuickTime mit Flip4Mac WMV PlugIn

Fehlermeldung von QuickTime mit Flip4Mac WMV PlugIn

 

 

 

 

 

 

 

Uiii, ich bin online!! Wow.

Post to Twitter

  • Share/Bookmark

Anton, Technik , , , ,

Fotografieren auf der Straße – was darf ich (nicht)?

24. Februar 2009

Martin Gommel von kwerfeldein.de hat heute ein Interview mit dem Rechtsanwalt Philipp Dorowski zum Fotografieren auf der Straße veröffentlicht.

Das Interview finde ich gut gelungen, eine äußerst interessante und recht umfangreiche Darstellung. Genauso wertvoll finde ich das Angebot des Autors, noch eigene weitere Fragen zu stellen, die in einem zweiten Interview beantwortet werden können.

Von mir kommt nun so eine: Wie verhält sich das mit der Einverständnis von abgelichteten Personen auf Langzeitbelichtungen wie dem Foto unten, wo diese nur noch schemenhaft zu erkennen sind?

Via Illustris
Via Illustris

Es sind hier hunderte Personen drauf, die in der langen Belichtungszeit über die Allee gelaufen sind, viele davon sind jedoch nur noch als Schatten auszumachen… Was also sagt das Gesetz hierzu?

1 people like this post.

Post to Twitter

  • Share/Bookmark

Foto, Marcus , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

9 Stunden Mathematik – ohne Bezahlung!

24. Februar 2009

Mathematik ist nicht gerade das Lieblingsfach der meisten Schüler, egal ob SEK I oder SEK II. Dennoch schreiben beachtlich viele Schülerinnen und Schüler schriftliches Abitur in genau diesem Fach. Das liegt wohl daran, dass Mathe ein zentral geprüftes Fach ist und vielen RLO-Schülern die Aufgaben im Vergleich zu unseren Klausuraufgaben leichter vorkommen mögen. Aber das heißt noch lange nicht, dass es allen liegt.

Und so kommt es, dass jedes Jahr ca. 35 Schülerinnen und Schüler des vierten Semesters in die beschauliche Mecklenburger Stadt Burg Stargard fahren, um sich freiwillig neun Stunden lang der Mathematik zu widmen. Natürlich nicht am Stück, sondern drei mal drei Stunden, verteilt auf Samstag und Sonntag. Das Ganze ist eine von ein paar Mathematiklehrer selbst organisierte (nicht Schul-)Fahrt und fand dieses Mal zum 48. Mal statt. Es gibt jedes Jahr zwei Fahrten (3. und 4. Semester) und seit letztem Jahr auch für die Zweitsemester eine Fahrt im März.

Man fährt Samstagmorgen mit dem Zug nach Burg Stargard, nimmt Mittag zu sich und macht erst einmal eine Wanderung zur Burg, nach der das Städtchen benannt ist. Diese führte letztes Wochenende durch Schnee so weit das Auge reichte. Und schon fingen die ersten Lehrer (!!) an, Schneebälle zu werfen und so entwickelte sich aus einer Wanderung zunehmend eine Schneeballschlacht. Das gipfelte in dem Angriff einiger Schüler auf zwei Lehrer in der Burg selbst. Hr. B. konnte in eine Ecke gedrängt werden, doch dann griff Fr. M. aus dem Hinterhalt an und die Schlacht endete ein wenig später.

Gegen 15 Uhr begannen wir mit den 11 Aufgaben, die zum Teil aus vergangenen Abituraufgaben bestanden und um 12 Uhr am nächsten Tag war die Gruppe, bei der ich saß, bei Aufgabe 8. Aufgelockert wird das Seminar durch Teller voll Süßigkeiten ;)

Im Gegensatz zum Seminar von Marcus blieb uns das Handabschlecken durch Blu-Luuh erspart :D

Post to Twitter

  • Share/Bookmark

Anton, RLO , , , , , ,

Marcus entdeckt flickr :)

23. Februar 2009

Nun, heute war es so weit und ich habe etwas ausprobiert, wovor ich mich jahrelang gedrückt habe: flickr.

Ein wenig abschreckend war flickr für mich schon immer, allein aufgrund der Tatsache, dass man Fotos nur schwer direkt aus einer Bildverwaltungs-Software wie Lightroom hochladen kann; Upload zu facebook funktioniert dagegen tadellos aus Lightroom heraus, weshalb ich bisher meine Fotos nur ins Picasa-Web oder zu facebook hochgeladen hab.

Doch damit ist jetzt Schluss. Ich hab beschlossen, mich dem allgemeinen flickr-Hype zu unterwerfen und nun auch meine Flaggschiffe von Fotos (nun ja, momentan stehen da auch noch Ruderboote drin, aber das soll sich mit der Zeit ändern) hochzuladen und möglichst viel Feedback aus der großen, weiten, weltumspannenden flickr-Community zu empfangen – das ist das wichtigste.

Meinen Fotostream mit bislang 21 Fotos drin findet man nun unter http://www.flickr.com/photos/marcusmerkel/. Viel Spaß!

1 people like this post.

Post to Twitter

  • Share/Bookmark

Foto, Marcus, Technik , , , , , , , , , , , ,

Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten!

23. Februar 2009

So erzählte es Walter Ulbricht im Juni 1961 den Pressevertretern in der DDR und somit seinem Völkchen. Knapp zwei Monate später stand der “antifaschistische Schutzwall”.

Aber ich will hier keine Geschichtsstunde abhalten, sondern nur auf eine Aktion einiger Schüler meiner Schule hinweisen:

Abriss der Mauer

Abriss der Mauer

Der Rest der Mauer heute

 
Die “Mauer” zwischen Villa und kleiner Turnhalle konnte Freitagmorgen vorgefunden werden und schon gegen 11 war der Hausmeister mit einem bestellten Räumfahrzeug zur Stelle, um die knapp 60cm hohe Mauer niederzureißen, denn die Schüler mussten natürlich notgedrungen über die Mauer steigen. Die 12er und 13er, die vor der Villa standen, beobachteten das Spektakel gespannt, filmten es und eine Lehrerin kam vorbei und rief “Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten!”. Das kann natürlich nur eine Geschichte / Politikwissenschaftenlehrerin sein. 

Das ist also die neue Art, wie Schüler Geschichte und Politik erlebbar machen ;)

1 people like this post.

Post to Twitter

  • Share/Bookmark

Anton, RLO , , , , , , , , ,

Wenn ich groß bin, möcht’ ich solche Videos auch mal machen :)

22. Februar 2009

Oh ja, ich liebe sie, die browserfruits vom Martin auf kwerfeldein.de. Besonders die von heute, wo Martin auf dieses irre Video verwies…


Suddenly from Magnus Engsfors on Vimeo.

Und wie ist das entstanden, fragt sich der Laie? Der Autor spricht:

It was shot with one Canon Eos 5D and a single external ProFoto flash while I was hanging in two ropes stretched across the scene. Then some heavy masking and retouch in Photoshop before the layers was lined up in After Effects to add camera movement and particles and such things.

Nun, viel Spaß beim Anschau’n!

1 people like this post.

Post to Twitter

  • Share/Bookmark

Foto, Marcus, Technik , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Der Anton in der terra Stargardiensis

21. Februar 2009

Anton hat uns verlassen. Er zieht es vor, das Wochenende nicht im schnöden Berlin zu verbringen, sondern dort, wo der Bär wirklich tobt: Burg Stargard.

Vielleicht sagt das dem geneigten Leser zunächst wenig, doch glaube ich, wird diese Ortschaft zumindest vielen Schülern der Rosa-Luxemburg-Oberschule in Berlin-Pankow am Ende seiner schulischen Laufbahn begegnen: Es ist die einzige Fahrt, die noch mehr Kultstatus hat als die alljährliche Chor- & Orchesterfahrt nach Pec – die sagenumwobene Mathefahrt mit Hr. Reiff nämlich.

Burg Stargard, das bis 1929 noch Stargard hieß, ist eine Stadt (nun, das ist die öffentliche Bezeichnung), was sag ich, nennen wir es doch lieber “Ortschaft”, in Mecklenburg-Vorpommern, genauer noch in der terra stargardiensis, wie das Stargarder Land hieß, das im Vertrag von Kremmen von 1236 Brandenburgisch wurde – von hier an nahm also das Übel seinen Lauf. Quasi am Ende der Welt gelegen, so jedenfalls kommt es dem Pilgernden auf der Bahnreise dorthin vor, offenbart es mit seiner Jugendherberge den idealen Ort, um ein paar Schüler, die sich mehr oder weniger freiwillig in die lebensmüde Situation einer Abiturprüfung im Fach Mathematik begeben, nach einer anstrengenden Woche noch ganze zwei weitere Tage lang mit verschiedensten Aufgaben dieses Faches zu quälen.

Den Höhepunkt der Fahrt bildet die Wanderung zur Burg Stargard und das anschließende Fotoshooting auf einem Spielplatz nahe der Burg, den jedoch viele Kursteilnehmer erst einmal zu ausgedehnten Ausflügen zurück in die eigene Kindheit nutzen. Aufgelockert wurde diese Situation des Stillhaltens im letzten Jahr sehr gekonnt durch Blu-Luuh, den Hund unseres Schulleiters Herr Treptow, der sich durch die Reihen der Schüler auf den Klettergerüsten schlich und es sich nicht nehmen ließ, die ein oder andere Hand abzuschlecken. Natürlich hat das keinesfalls für Unruhe gesorgt.

Auch ich war letztes Jahr mit meinem Mathematik Leistungskurs in Burg Stargard (das ganze unter der Leitung von Herrn Treptow), zeitgleich mit Herrn Reiffs Gruppe aus Grundkurs-Schülern, um für die Abiprüfung zu üben.

Das soll es erst einmal dazu gewesen sein. Mit Sicherheit wird Anton einiges von der legendären Fahrt zu berichten haben, wenn er morgen Abend wieder im Lande ist – schließlich fahren dieses Jahr neben Herrn Reiff auch Herr Voigt (ein Mann, der seine Prinzipien nie aufgibt, eigentlich schon pensioniert, die Mathe-Fahrt möchte er jedoch offenbar nicht missen), Herr Brandes (ein recht junger Mathematik- und Informatik-Lehrer) und Frau Mattle (zu ihr kann ich leider nichts sagen, sie kam nach meiner Zeit an diese Schule) mit.

Post to Twitter

  • Share/Bookmark

Anton, Marcus, RLO , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Neues aus der spätabendlichen Unterhaltungsbranche…

20. Februar 2009

“Uschi Glas’ Sohn ist jetzt im Knast. Oder wie man auch sagt – seine Freizeit wurde verstaatlicht.”

“Wie Opel gerettet werden kann: Sitzbezüge von Schiesser und Motoren von Märklin.”

:)

So, jetzt reicht’s aber… Gute Nacht!

Post to Twitter

  • Share/Bookmark

Marcus , , , , , , , , , , , , ,

Tiefgelegte Streichquartette

19. Februar 2009

Am Montag stellte ich ja bekanntermaßen die Frage, was die Leserschaft von “Drei Kinderlieder für Klavier und tiefgelegtes Streichquartett” hält – als Titel für eine meiner nächsten Kompositionen, oder sogar für die nächste.

Es keimt hier in manchem vielleicht der nicht ganz unberechtigte Gedanke “Was zum Teufel ist das, ein tiefgelegtes Streichquartett – vielleicht die ideale Symbiose zwischen Streichquartett und 3er BMW?!“.

Nun, es ist viel einfacher – ein normales Streichquartett hat die folgende Besetzung: 2 Violinen, eine Viola (Bratsche) und ein Violoncello.

Demnach ist ein tiefgelegtes Streichquartett: 2 Violen (Bratschen), ein Violoncello und ein Kontrabass.

An dieser Stelle gewähre mir der werte Leser ein demütiges Schuldbekenntnis an die Violinisten dieser Welt, die sich durch eine solche Besetzungswahl leicht auf den Schlips getreten fühlen könnten.

Gar nicht so schwer, oder? :)

1 people like this post.

Post to Twitter

  • Share/Bookmark

Marcus, Musik , , , , , , , , , , , , , , ,

Neues von der Platte…

18. Februar 2009

Im Gegensatz zu Marcus beziehe ich mich bei dem Wort “Platte” nicht auf eine CD (oder früher “Langspielplatte”, kurz LP) sondern auf unser tolles Nebengebäude.

Wie ich ja schon einmal geschrieben habe, werden da gerade, man glaubt es kaum, Bauarbeiten durchgeführt. Ich darf also stolz verkünden, dass in einigen Fluren und Räumen der Fußboden herausgerissen wird und durch neuen ersetzt wird. Also kurz: Flickenteppich raus, Estrich raufkippen und dann hoffentlich etwas beständigeres verlegen. Wobei: Beständig muss das ja nicht mal sein, schließlich wird ja das gesamte Nebengebäude (hoffentlich) in den nächsten Jahren mal saniert und da muss wirklich alles raus. Wir Schüler dürfen also nicht beim Abriss helfen.

Aber wir müssen uns stattdessen an etwas gewöhnen: Baugeräusche im Nebengebäude während des Unterrichts! Die letzten Baugeräusche kenne ich aus dem Hauptgebäude, als in während meines ersten Schuljahres (2000/01) die Toiletten saniert wurden und als in der 9. Klasse der Südflügel renoviert wurde. Es tut sich was!

Nächstes Mal: Lustige Türschilder im Fachbereich Musik!

Post to Twitter

  • Share/Bookmark

Anton, RLO , , ,

Rachmaninov had big hands!

18. Februar 2009

In diesem wundervollen Youtube-Video, das ich mir seit Monaten immer wieder gern anzuschauen pflege und deshalb sehr gern weiterempfehlen möchte, gibt es eine recht spezielle Interpretation des cis-Moll-Preludes von Rachmaninov zu sehen.

Entstanden ist das Prelude im Jahre 1892, es wurde nach der kaum Aufsehen erregenden Uraufführung im selben Jahr in Moskau doch bald zum absoluten Markenzeichen Rachmaninovs, sodass das Publikum es bei jedem Konzert verlangte – entweder stand es bereits auf dem Programm oder Zurufende wollten es als Zugabe hören.

Nun denn, genug der Worte – und viel Spaß!

PS: Die Griffe sind tatsächlich so groß, allerdings bräuchte ich mit meinen Händen nur für zwei der Akkorde so ein Hilfsmittel… ;)

1 people like this post.

Post to Twitter

  • Share/Bookmark

Marcus, Musik , , , , , , ,

Eine Prüfung für Absoluthörer – Teil 2

17. Februar 2009

Nun zum Geschehen hinter der Tür des Prüfungsraumes…

Hineingebeten wurde ich, legte dann meine Sachen ab, bis mir ein Stuhl vor dem Flügel angeboten wurde – der natürlich so stand, dass ich anschließend mit dem Rücken zum Flügel, ergo auch mit dem Rücken zum Prüfer, und mit dem Gesicht zum Zweitprüfer saß, der Formulare ausfüllte, jedoch aufmerksam zuzuhören schien.

Erste Aufgabe: Akkorde hören. Da war erst ein fünfstimmiges Ungetüm von einem Durakkord mit großer Septime – der war recht schwierig, da ein Akkordton verdoppelt war, ich in diesem Fall den verdoppelten Ton immer als Oberton seines Originals höre und anschließend verzweifelt nach dem 5. Akkordton suche. Ein wenig Glockengeläut vom französischen Dom erschwerte die Suche.
Zweiter Akkord. Der war etwas einfacher, das Glockengeläut hatte aufgehört und ich war etwas schneller.

Ohne Vorwarnung wurde mir nun eine Skale vorgespielt – in der dreigestrichenen Oktave beginnend ein f phrygisch abwärts, allerdings so schnell, dass man noch den Fahrtwind von der Handbewegung spürte ;)

Rhythmus klopfen – war dagegen einfacher, als ich erwartet hätte. Keine besondere Herausforderung.

Ich war bis hierhin schon ordentlich aufgeregt und dachte, ich hätte das schlimmste überstanden… dachte ich.

Erst jetzt begann der lustige Teil. Meinen Prüfern war anzumerken, dass sie bereits mehrere Stunden lang mündliche Abschlussprüfungen im Fach Tonsatz abgenommen hatten, denn sie hatten ein unbändiges Bedürfnis nach Unterhaltung.

Der geneigte Leser sollte wissen: Eines der wenigen Dinge, mit denen man den Absoluthörer wirklich ärgern kann, ist das relative Hören (also das Hören von Beziehungen, Intervallen, völlig losgelöst von absoluten Tonhöhen – was das auch so schwer macht). Man gibt dem Absoluthörer eine Melodie vor und sagt ihm, er soll sie auf einer anderen Tonhöhe beginnen.

Und genau das sollte ich tun: Da war eine Melodie, einst ersonnen vom Herrn Johannes Brahms, die ich statt A-Dur in F-Dur singen sollte. Auch das war noch recht harmlos, schließlich merkt man beim Hören des Gesungenen, ob man sich noch in einer Dur-Tonart bewegt oder nicht.

Anschließend gab er mir einen Zettel in die Hand mit lauter sauber durchnummerierten Tonreihen – Allintervallreihen, das sind Zwölftonreihen, in denen jedes der 11 in der Oktave enthaltenen Intervalle genau einmal vorkommt. Zunächst sollte ich Nummer 36 singen – allerdings nicht, wie es auf dem Blättle stand, sondern alles eine Terz tiefer – und anschließend Nummer 45, eine Sekunde tiefer.

Der geneigte Leser sollte wissen, dass mir dieses Horrorszenario bereits in meiner Aufnahmeprüfung begegnete: Der Professor wusste um mein absolutes Gehör, weshalb ich die Allintervallreihe an der Tafel einen Tritonus tiefer singen sollte. Damals landete ich statt bei h (wie es hätte sein sollen) auf c. Und der Professor hatte seinen Spaß daran. Ich nicht. Ganz und gar nicht…

Dieses Mal jedoch sollte mir das Glück beschieden sein, mein Trauma zu überwinden und auf dem richtigen Ton zu landen (es folgte eine Günther-Jauch-Szene: “Bist du dir sicher oder möchtest du die Reihe lieber noch einmal wiederholen?” – “Ich bin sicher.”, bis die Bestätigung des Tons durch das unbestechliche Klavier folgte).

Der Zweitprüfer hatte keine Fragen mehr an den Angeklagten (Zitat: “Ich denke, das ergibt ein klares Bild”), und so wurde ich hinausgebeten, um grob geschätzt 30 Sekunden später wieder hineingebeten zu werden.

Mir wurde nun mitgeteilt, dass die Jury sich entschlossen hatte, mir eine runde Eins zu geben – und man gratulierte zum Abschluss aller drei Prüfungen (Vordiplom, Diplom schriftlich, Diplom mündlich) mit glatter Eins.

So steh ich nun, wissend, dass ich durch diese drei Prüfungen, die ich dieses Semester schon freiwillig über mich ergehen ließ, hoffentlich nie wieder in diesem Leben Gehörbildung machen muss (außer vielleicht dieses Fach eines Tages mal unterrichten). An jeder anderen Uni oder Hochschule kann man auf eine Anerkennung dieses Abschlusses hoffen :)

1 people like this post.

Post to Twitter

  • Share/Bookmark

Marcus, Musik , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Twitter links powered by Tweet This v1.5.3, a WordPress plugin for Twitter.